Suche läuft in Ost-Kongo

Mit Ebola infiziertes Kleinkind aus Spital entführt

Bewaffnete Männer haben in Butembo ein Ebola-erkranktes Kind aus dem Spital verschleppt. Die Behörden suchen nach dem Mädchen und ihrer Mutter.
Newsdesk Heute
18.06.2026, 09:53
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In der Stadt Butembo im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben bewaffnete Männer ein sechsjähriges Mädchen und ihre Mutter aus einem Krankenhaus entführt. Das Kind wurde wegen einer Ebola-Infektion im Wanamahika-Spital behandelt, wie der zuständige Gesundheitsbeamte Dr. Lubambo Maboko Gaston bestätigte.

Die Angreifer drangen mit Messern in die Einrichtung ein und holten das Kind samt der Mutter heraus. Ob die Täter mit der Familie in Verbindung stehen, ist derzeit unklar. Rund um Ebola-Behandlungszentren gibt es immer wieder Misstrauen und Ängste in der Bevölkerung.

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Dr. Gaston fordert das Mädchen und ihre Mutter dringend auf, sich in medizinische Betreuung zu begeben, um ihre Gesundheit nicht weiter zu gefährden und andere nicht anzustecken.

Wiederholte Angriffe auf Behandlungszentren

Während des aktuellen Ebola-Ausbruchs gab es bereits mehrfach Übergriffe auf Gesundheitsstationen. Seit Beginn der Epidemie wurden fast 200 Todesfälle und 840 bestätigte Erkrankungen registriert.

Besonders tragisch: Die Angst vor Ebola führt immer wieder zu Angriffen, etwa als Menschen in Mongbwalu versuchten, die Leichen verstorbener Angehöriger zurückzuholen, oder als Zelte abgebrannt wurden, nachdem die Herausgabe eines Toten verweigert wurde. Ebola-Tote sind weiterhin hochinfektiös, was zusätzliche Risiken birgt.

Ebola-Tote sind weiterhin hochinfektiös.
REUTERS

Informationsdefizite verstärken Misstrauen

Viele Menschen in abgelegenen Gebieten glauben, Ebola sei eine Erfindung von Außenstehenden. "Für einen Teil der Bevölkerung, besonders in ländlichen Regionen, existiert Ebola gar nicht", sagte Lokalpolitiker Luc Malembe gegenüber der BBC. Vielmehr würden NGOs und Krankenhäuser beschuldigt, Profit aus der Krankheit zu schlagen.

Der aktuelle Anstieg der Infektionen ist auf eine seltene Ebola-Art namens Bundibugyo zurückzuführen. Für diesen Typ gibt es derzeit keinen Impfstoff. Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass es noch Monate dauern könnte, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht.

Behandlungszentrum in der DR Kongo - solche Zelte wurden im Zuge von Protestaktionen der Einheimischen niedergebrannt.
REUTERS

Einer der größten Ausbrüche droht

Der Chef der afrikanischen Seuchenschutzbehörde CDC, Jean Kaseya, sieht das Potenzial für einen der größten Ebola-Ausbrüche überhaupt. "Wenn wir den Ausbruch nicht sehr bald stoppen, wird er schlimmer als jener in Westafrika", sagte er. Damals starben mehr als 11.000 Menschen.

Die Behörden haben ihre Überwachung und Kontaktnachverfolgung verstärkt. Die WHO stellt 3,9 Millionen Dollar zur Verfügung, und das afrikanische CDC plant ein Budget von 319 Millionen Dollar. Die meisten Fälle treten aktuell in den Provinzen Ituri, Süd-Kivu und Nord-Kivu auf, wo auch das Kind entführt wurde. Die anhaltenden Konflikte in der Region erschweren jedoch die Bekämpfung des Virus.

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