Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden inzwischen mehr als 900 Verdachtsfälle registriert.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte am Sonntagabend, dass bislang 101 Ebola-Infektionen bestätigt wurden. Neue Zahlen zu Todesfällen nannte er nicht. Das kongolesische Gesundheitsministerium hatte zuletzt von 204 Todesopfern bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen.
Besonders problematisch ist laut WHO, dass es in dem zentralafrikanischen Land an Ausrüstung zum Nachweis des Virus mangelt. Der Ausbruch war am 15. Mai in der konfliktreichen Provinz Ituri bekannt geworden. Nach Einschätzung der WHO dürfte sich das Virus dort allerdings bereits seit Monaten unbemerkt ausgebreitet haben.
Übertragen wird Ebola durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen. Die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen dauern.
Die aktuelle Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante ausgelöst, die erstmals 2007 nachgewiesen wurde. Gegen diese Ebola-Form gibt es weder einen Impfstoff noch eine gezielte Therapie. Die Sterblichkeitsrate liegt laut WHO bei rund 30 bis 50 Prozent.
Wegen der Ausbreitung der Krankheit hat die WHO bereits eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen – die zweithöchste Alarmstufe der Organisation.
Auch die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) reagierte und erklärte wegen des "hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung" den Notstand für den gesamten Kontinent. Inzwischen wurden auch aus Uganda erste Infektionsfälle gemeldet.