In der Demokratischen Republik Kongo sind durch den Ebola-Ausbruch laut den Behörden bereits mehr als 200 Menschen gestorben. Das Gesundheitsministerium des zentralafrikanischen Landes gab am Samstagabend bekannt, dass 204 der 867 gemeldeten Verdachtsfälle tödlich verlaufen sind.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag noch von 177 Todesfällen bei insgesamt 750 Verdachtsfällen gesprochen. Bestätigt wurden bisher 82 Ebola-Ansteckungen und sieben Ebola-Todesfälle in dem Land, wo es an Ausrüstung zum Nachweis des Virus mangelt.
Im Nachbarland Uganda wurden bisher fünf Ebola-Infektionen bestätigt, eine davon verlief tödlich. Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen. Die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen dauern.
Die aktuelle Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus ausgelöst, die erstmals 2007 nachgewiesen wurde. Gegen diese Variante gibt es weder einen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.
Wegen der Epidemie hat die WHO vor einer Woche eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen, das ist ihre zweithöchste Alarmstufe. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) hat kurz darauf wegen des "hohen Risikos einer regionalen Ausbreitung" für ganz Afrika den Notstand erklärt.
Am Samstag sagte Africa-CDC-Präsident Jean Kaseya, dass sich der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda auf zehn weitere Länder Zentralafrikas ausbreiten könnte. Betroffen wären Südsudan, Ruanda, Kenia, Tansania, Äthiopien, der Kongo, Burundi, Angola, die Zentralafrikanische Republik und Sambia.