Ein Strand in Argentinien wurde überraschend von unzähligen kuriosen Tieren überschwemmt: An der Küste der Provinz Chubut im Bereich von Comodoro Rivadavia und Puerto Madryn landeten Tausende sogenannte Penisfische. Die rund 25 Zentimeter langen, rosa gefärbten und phallusförmigen Lebewesen sorgten bei Badegästen für Staunen.
Trotz des Namens handelt es sich bei den Tieren allerdings nicht um Fische, sondern um Meereswürmer. Der wissenschaftliche Name der Art lautet Urechis unicinctus, auch als Igelwürmer bekannt. Sie leben normalerweise eingegraben in u-förmigen Wohnhöhlen im Sand des Meeresbodens.
Wie spiegel.de unter Berufung auf canal12web.com berichtet, erklärte der Forscher Jose Fernandez Alfaya von der Universidad Nacional de la Patagonia: "Diese Tiere haben überhaupt nichts mit Fischen zu tun. Tatsächlich ähneln sie eher einem Regenwurm als einem Fisch."
Fachleute gehen davon aus, dass das Phänomen direkt mit einem heftigen Unwetter und starkem Wellengang zusammenhängt. Vereinfacht gesagt hat das Meer den Boden aufgewühlt und die Tiere dadurch an die Küste gespült. Für Menschen sind sie aber völlig ungefährlich.
Die Meeresbewohner sind vorwiegend im westlichen Pazifik verbreitet, insbesondere vor China, Korea, Japan und Russland. Doch auch anderswo kommt es gelegentlich zu Massenanspülungen - etwa 2019 in Kalifornien und 2023 ebenfalls in Argentinien.
Während einige Fischer in Argentinien die Würmer als Köder nutzen, gelten die Tiere in Teilen Ostasiens als Delikatesse. In Südkorea, Japan und China werden sie roh mit Salz und Sesamöl gegessen. Ihr Geschmack wird als mild beschrieben, ihre Konsistenz ähnelt der von Muscheln.
Forschende verweisen zudem auf einen hohen Proteingehalt, zahlreiche essenzielle Aminosäuren und sogar auf medizinisches Potenzial. Einzelne Extrakte sollen antitumorale und immunstärkende Wirkungen haben - abschließend erforscht ist das allerdings noch nicht.