In der Demokratischen Republik Kongo grassiert erneut das tödliche Ebola-Fieber. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hat in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes 246 Verdachtsfälle und 65 Todesfälle gemeldet. Die Region grenzt an Uganda und den Südsudan.
Die Weltgesundheitsorganisation zeigt sich angesichts der Lage besorgt. Das Problem: Der Ausbruch ereignet sich in einer städtischen Grenzregion mit viel Bevölkerungsbewegung. Das erhöhe das Übertragungsrisiko deutlich, warnen die Experten.
Wie spektrum.de berichtet, stellt die WHO 500.000 US-Dollar für Sofortmaßnahmen zur Verfügung. Die Nachverfolgung der Infektionswege sowie Präventionsmaßnahmen müssen laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus verstärkt werden.
Besonders problematisch: Bei den Erkrankten wurde die seltene Ebola-Bundibugyo-Variante nachgewiesen. Für diesen Stamm gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Die gute Nachricht: Die Bundibugyo-Variante hat mit rund 37 Prozent eine niedrigere Sterblichkeitsrate als der häufigere Zaire-Stamm, bei dem bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben.
"Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal", warnt Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité, der selbst schon bei Ebola-Ausbrüchen im Einsatz war. Angesichts der vielen Verdachtsfälle müsse der Ausbruch seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein.
Auch das Nachbarland Uganda ist betroffen. Dort starb ein 59-jähriger kongolesischer Mann am 14. Mai in einem Krankenhaus in Kampala. Bei ihm wurde ebenfalls die Bundibugyo-Variante nachgewiesen. Die Behörden verstärkten daraufhin Grenzkontrollen und aktivierten Notfallteams.
Es ist der 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Der bislang schwerste ereignete sich zwischen 2018 und 2020, damals starben rund 2.300 Menschen an dem Virus.