Das Ruwenzori-Gebirge im Herzen Afrikas gilt eigentlich als sehr feucht. Doch 2012 brannte es dort auf ungewöhnliche Weise. Forscher haben nun herausgefunden, wie außergewöhnlich dieses Ereignis wirklich war.
Die ältesten Sedimentschichten aus dem Lake Kopello stammen aus der Zeit vor 12.000 Jahren, also vom Ende der letzten Eiszeit. Über die Jahrtausende wiesen die Wissenschaftler nur sehr geringe Mengen an Holzkohle nach. In den jüngsten Sedimentschichten stieg die Konzentration sprunghaft an - als Ergebnis des Feuers 2012.
Wie spektrum.de berichtet, war die Holzkohle-Konzentration 100 Mal größer als in älteren Sedimenten. Feuer dieser Größenordnung gab es seit der letzten Eiszeit in dieser Region also nicht mehr.
In tieferen Lagen sah es anders aus: Dort brannte es nach der Eiszeit rund 10.000 Jahre lang nicht, danach traten regelmäßig Feuer auf. Die Pollenanalyse zeigt, dass die zuvor dominierenden Laubbäume verstärkt durch Bambus und Gräser ersetzt wurden.
Archäologische Studien legen nahe, dass vor 2000 Jahren zunehmend Menschen ins Gebirge zogen und dort landwirtschaftliche Flächen mithilfe von Feuer erschlossen.
Wie das Feuer 2012 entstand, ist nicht geklärt. Es könnte durch ein trockenes Gewitter mit Blitzschlag ausgelöst worden sein - oder durch Brandstiftung, etwa weil ein Lagerfeuer nicht ausreichend gelöscht worden war.
Die Klimakrise macht sich in der Region bereits deutlich bemerkbar. Die drei großen Gletscher Ostafrikas - auf Kilimandscharo, Mount Kenia und im Ruwenzori-Gebirge - könnten bis zur Mitte des Jahrhunderts ganz verschwunden sein.