Der Amazonas-Regenwald steht kurz vor dem Kollaps. Der gesamte Süden des Regenwaldgebiets, rund 2,3 Millionen Quadratkilometer, befindet sich bereits am Rande des Kipppunkts. Wenn die globale Erwärmung zwei Grad erreicht, wird der Wald unwiederbringlich verloren sein.
Hauptverantwortlich dafür sind Abholzung und Brände. Die Trockenzeit hat sich bereits um vier bis fünf Wochen verlängert, die Niederschläge sind pro Jahrzehnt um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Die Temperatur ist um zwei bis drei Grad gestiegen.
Wie Spektrum.de berichtet, warnt der brasilianische Klimaforscher Carlos Nobre im Interview: "Wenn wir die Treibhausgasemissionen nicht schnell reduzieren, werden wir bis 2040 die zwei Grad erreichen, und der Amazonas wird unwiederbringlich verloren sein."
Besonders alarmierend: Bereits 17 Prozent des Waldes haben ihre Widerstandsfähigkeit eingebüßt. Drei Faktoren spielen zusammen: die massive Abholzung, häufige Waldbrände und die steigenden Temperaturen, die den Wald schwächen.
Wenn der Kipppunkt überschritten wird, drohen dramatische Folgen: Der Wald würde sich in eine Steppe verwandeln, bis zu 70 Prozent der Fläche könnten verloren gehen. Dabei würden rund 250 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt.
Der Amazonas spielt eine entscheidende Rolle für den Wasserkreislauf. Jedes Wassermolekül wird fünf- bis achtmal recycelt, bevor es das Gebiet verlässt. Diese "fliegenden Flüsse" versorgen weite Teile Südamerikas mit Niederschlag.
Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer: Brasilien verzeichnete 2025 mit 3.800 Quadratkilometern Verlust die niedrigste Abholzungsrate seit Jahrzehnten. Auf der Klimakonferenz COP30 in Belém haben die meisten Amazonas-Länder zugesagt, die Abholzung bis 2030 komplett zu stoppen.