Nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison zieht Venedig eine positive Bilanz. Die italienische Lagunenstadt nahm durch die Eintrittsgebühr für Tagesbesucher mehr als fünf Millionen Euro ein – so viel wie noch nie.
Seit April mussten Besucher an 60 Tagen Eintritt bezahlen, unabhängig davon, wie lange sie sich in der Stadt aufhielten. Wer mindestens drei Tage im Voraus buchte, zahlte fünf Euro, kurzfristig gebuchte Tickets kosteten zehn Euro. Übernachtungsgäste waren von der Regelung ausgenommen, für sie fällt eine Ortstaxe an.
Noch gilt das System offiziell als Testlauf. Kaum jemand zweifelt jedoch daran, dass die Regelung dauerhaft bestehen bleibt. Für das kommende Jahr deutete Venedigs neuer Bürgermeister Simone Venturini bereits eine deutliche Erhöhung an.
An besonders stark besuchten Tagen könnte der Eintritt künftig 30 bis 50 Euro kosten. Dafür wäre allerdings auch die Zustimmung der italienischen Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erforderlich.
Venedig war 2024 die erste Stadt weltweit, die von Tagesgästen eine Eintrittsgebühr verlangte. Ziel ist es, den Massentourismus einzudämmen und die historische Altstadt zu entlasten. Kritiker bezweifeln allerdings den Erfolg der Maßnahme. Die Besucherzahlen seien bislang nicht gesunken. Zudem warnen Experten, dass ein Eintritt von bis zu 50 Euro rechtliche Probleme aufwerfen könnte, weil dadurch die Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden könnte.
Die Stadt leidet seit Jahren unter den Folgen des Massentourismus. In der historischen Altstadt leben inzwischen weniger als 50.000 Menschen, während jedes Jahr Millionen Touristen die berühmten Kanäle, den Markusplatz und die Rialtobrücke besuchen.