Nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine zog der US-Rennstall die Reißleine. Haas trennte sich von seinem russischen Sponsor "Uralkali". Und damit auch von Pilot Nikita Mazepin, dem Sohn des "Uralkali"-Miteigentümers Dimitry Mazepin.
Bereits im März hielt das russische Unternehmen fest: "Die meisten Sponsorgelder für die Saison 2022 waren bereits überwiesen. Weil Haas den Sponsorenvertrag noch vor dem ersten Saisonrennen aufgekündigt hat, ist es seinen Verpflichtungen gegenüber Uralkali in der Saison 2022 nicht nachgekommen. Uralkali verlangt deshalb die sofortige Rücküberweisung der Summen, die Haas erhalten hat."
Doch das Team, bei dem Mick Schumacher, der Sohn von Formel-1-Ikone Michael Schumacher aktiv ist, denkt laut "motorsport.com" gar nicht daran, die bereits erhaltenen 13 Millionen Dollar zurückzuzahlen, verlangt in einem Schreiben an das russische Unternehmen weitere 8,6 Millionen Dollar.
In dem Brief besteht der Rennstall darauf, den Vertrag rechtmäßig gekündigt zu haben, weil sich das russische Unternehmen rufschädigend verhalten hatte. Durch die engen Bande zwischen Papa Mazepin und der russischen Regierung sowie durch die Sanktionen der Europäischen Union gegen den Oligarchen sei dieser Passus aber ausgelöst worden. Die Sanktionen gegen die Familie Mazepin waren jedoch erst vier Tage nach der Vertragskündigung am 5. März verhängt worden.
Haas verlangt sogar noch weitere 8,6 Millionen Dollar. Und zwar als Kompensation für den Profit, den der US-Rennstall mit "Uralkali" als Sponsor in der Saison 2022 erwirtschaften hätte können.
Im Gegenzug verweigert Haas, einen Boliden aus der Saison 2021, den Mazepin pilotierte, an die Oligarchenfamilie auszuhändigen. Außerdem soll Gerüchten zufolge auch das gesamte Jahresgehalt des russischen Piloten einbehalten worden sein. Nun droht ein Rechtsstreit.