Er ist ein lästiger Begleiter auf Reisen und Urlauber sowie Geschäftsreisende tun alles, um ihn wieder loszuwerden. Forscher der Medizinuniversität Stanford glauben nun fest daran, das ultimative Gegenmittel gegen Jetlag gefunden zu haben. Indem Schlafende Blitzlicht ausgesetzt werden, soll die innere Uhr ausgetrickst werden.
Auch wenn "biologisches Hacking", wie es Jamie Zeitzer, Assistenzprofessor für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaft, nennt, kompliziert klingt, ist die Jetlag-Therapie schnell erklärt. Schlafende werden immer wieder Lichtstrahlen ausgesetzt, ähnlich wie bei Blitzlicht. Die Strahlen dringen durch die geschlossenen Augen ins Gehirn. Die innere Uhr wird dadurch ausgetrickst, denn das Gehirn glaubt, dass der Tag noch andauert.
Die Forscher in Standorf haben im Zuge der am 8. Februar im "Journal of Clinical Investigation" veröffentlichten Studie 39 Versuchspersonen der Jetlag-Therapie unterzogen. Die Probanden mussten zwei Wochen lang immer zur selben Zeit schlafen gehen und aufstehen. Im Schlaflabor schliefen die Versuchspersonen eine Stunde lang bei einem Blitzlicht im Abstand von zehn Sekunden, die Kontrollgruppe hingegen bei normaler Beleuchtung.
Zwei Stunden länger munter
Jene Studienteilnehmer, die dem Blitzlicht ausgesetzt waren, berichteten, am nächsten Tag fast zwei Stunden später müde geworden zu sein. Die Testspersonen der Kontrollgruppe wurden auch später müde, allerdings nur 36 Minuten nach der normalen Zeit.
Forscher Zeitzer ist fest davon überzeugt, dass die Therapie "ein neuer Weg ist, um sich viel schneller als mit derzeit üblichen Methoden an Zeitveränderungen anzupassen" und effizienter als Mittel wie das Schlafhormon Melatonin ist. Blitzlicht sei wirksamer als Dauerlicht, weil sich die lichterfassenden Zellen in der Dunkelheit zwischen den Blitzen erholen kann.