Für Betroffene ist die Diagnose Multiple Sklerose (MS) ein Schock. An den unheilbaren Entzündungen im zentralen Nervensystem leiden alleine in Österreich rund 12.500 Menschen. Nach Jahrzehnten des Stillstands bei der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten zeigen sich vor allem in den vergangenen Jahren große Fortschritte.
Die Folgen der neuen Therapiemöglichkeiten zeigt eine Umfrage unter mehr als 300 österreichischen Betroffenen. Derzeit geben 25 Prozent der MS-Patienten an, dass es ihnen sehr gut geht, 55 Prozent sprechen von einem "eher guten" Gesundheitszustand. Im Jahr 2007 waren die diesbezüglichen Anteile mit 14 bzw. 37 Prozent deutlich geringer. Der Anteil der Erwerbstätigen ist von etwa 25 Prozent im Jahr 2000 auf mittlerweile rund 50 Prozent gestiegen.
Der Erfolg ist neuen Behandlungsstrategien zuzuschreiben. Neben Beta-Interferone und Glatirameracetat zum Injizieren gibt es immer häufiger vielversprechende Medikamente in Tablettenform. 37 Prozent werden durch Medikamente mit dem Antikörper Natalizumab frei von Krankheitserscheinungen. Auch Testreihen mit dem Wirkstoff Teriflunomid zeigen Erfolge. Das Medikament befindet sich aber erst in der Registrierung.
Gehfähigkeit wird verbessert
Bereits zugelassen, aber noch nicht von den österreichischen Krankenkassen bezahlt, ist die Substanz Fampiridin. Die Substanz führt zu einer besseren Nervenimpuls-Übertragung bei den Behandelten. Um die 40 Prozent der Patienten bescheinigen nach der Behandlung eine deutliche Verbesserung der Gehfähigkeit.
Vom 19. bis 22. Oktober läuft in Amsterdam der Jahreskongress der europäischen Vereinigung der Spezialisten für Multiple Sklerose, wo weitere Therapiemöglichkeiten präsentiert werden sollen.