Die 5 Probleme mit dem FPÖ-Historikerbericht

"Schonungslos und selbstkritisch": Das blaue Polit-Urgestein Andreas Mölzer ist der Leiter der Referenzgruppe für die Historikerkommission
"Schonungslos und selbstkritisch": Das blaue Polit-Urgestein Andreas Mölzer ist der Leiter der Referenzgruppe für die HistorikerkommissionBild: Kein Anbieter/picturedesk.com/APA
Obwohl der Historikerbericht zur Geschichte der FPÖ fertig sein soll, verzögert sich die Veröffentlichung weiter. "Heute.at" weiß, woran es (noch) hakt.
Eigentlich soll der etwa 1.000 Seiten starke Historikerbericht zur Geschichte der FPÖ im Großen und Ganzen fertig sein. Eigentlich. Denn hatte es anfangs geheißen, man wolle mit der Veröffentlichung die EU-Wahl noch abwarten, betont der blaue Chefideologe Andreas Mölzer, Leiter der Referenzgruppe für die Historikerkommission, jetzt, es gebe "Terminschwierigkeiten wegen Urlaub und Wahlkampf" (wir haben berichtet). Doch das ist nur die halbe Wahrheit - laut "Heute.at"-Recherchen liegt die Verzögerung an folgenden fünf Gründen:

1NSDAP-Vergangenheit als FPÖ-Wahldämpfer?

Unter dem Titel "Julius Raab und Anton Reinthaler - die Stabilisierung der Republik" soll der Historikerbericht auch das Jahr 1956 beleuchten, in dem der damalige Bundeskanzler Raab Einfluss darauf nahm, dass ausgerechnet der NSDAP-Reichstagsabgeordnete Reinthaller zum ersten FPÖ-Bundesparteivorsitzenden aufstieg. "Um die Republik zu stabilisieren, war es Raab wichtig, dass diese Bürger in die demokratische Gesellschaft zurückgeführt werden", erklärt Mölzer. Das blaue Polit-Urgestein weiß aber auch, dass "auf Grund der Auflistung, wie viele NSDAP-Mitglieder zu den Freiheitlichen gingen" für viele Leser die FPÖ "sicher nur als Nachfolgepartei" gesehen werde "ohne den anderen Aspekt zu berücksichtigen". Dazu kommt eine Auflistung der zahlreichen Einzelfälle, bei denen FPÖ-Funktionäre mit rechtsradikalem Gedankengut für Schlagzeilen sorgten. Gerade dieser Aspekt könnte vor den Nationalratswahlen Munition für politische Gegner liefern, den möglichen Wiedereinzug in die Regierung gefährden.

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