Kickl wollte Grenzzaun um Österreich bauen

Top secret: Der FPÖ-Klubobmann ließ die Errichtung eines Grenzzauns nach ungarischem Vorbild prüfen - "damit Österreich nicht wieder überrannt wird"

Dass die FPÖ gerne einmal neidisch ins benachbarte Ungarn hinüberschielte, ist kein Geheimnis. Sogar im vielzitierten "Ibiza-Video" bezog sich Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache immer wieder auf Ungarns Premier Viktor Orbán ("Heute.at" berichtete). Geheim blieben jedoch bislang Pläne, wonach Herbert Kickl die Errichtung eines Grenzzauns in Österreich nach ungarischem Vorbild prüfen ließ.

"Sicherstellen, dass Österreich nicht zweites Mal überrannt wird"

Kickl wollte dieses vertrauliche Projekt offenbar bei den Budgetverhandlungen im Herbst einbringen. Man ging dabei von Kosten in der Höhe von mindestens einer Milliarde Euro aus.

Der Ex-Innenminister und jetzige FPÖ-Klubchef bestätigt die Pläne jetzt auch gegenüber dem "Kurier". Er sei verwundet gewesen, "dass im Ressort vor seiner Amtszeit keine systematische Aufarbeitung des Migrantenansturms im Jahr 2015 stattgefunden hat. Er hat dies daher in Auftrag gegeben und ein Konzept verlangt, das sicherstellt, dass Österreichs Grenzen nicht ein zweites Mal regelrecht überrannt werden."

Nachfolger Peschorn weiß nichts von Kickl-Plänen

„Dazu braucht es intensive Planungen der technischen Vorkehrungen, der rechtlichen Grundlagen und der zeitlichen Abläufe. Auch die Fragen, was ein eventuell nötiger Grenzzaun kosten würde und wo er stehen müsste, um illegale Einwanderer rechtswirksam abzuhalten, sollten geklärt werden", so der Ex-Innenminister, der hofft, dass „diese Pläne vom jetzigen Innenminister Peschorn konsequent weiterverfolgt werden", so Kickl.

Im Büro von Kickls Nachfolger Wolfgang Peschorn scheint man von solchen Plänen nichts zu wissen. Nach "Kurier"-Recherchen hätte man einzig eine Powerpoint-Präsentation gefunden, in der verschiedene Grenzsysteme in Europa vorgestellt werden.

Brandstätter rechnet mit Kickl und Kurz ab

Um den Ex-Innenminister und Ungarn geht es auch im aktuellen Buch "Kurz und Kickl: Ihr Spiel mit Macht und Angst" von Ex-"Kurier"-Herausgeber Helmut Brandstätter: "Das Vorbild Orban muss uns Angst machen, wenn wir wissen wie viele hochbegabte Menschen Ungarn verlassen, weil sie in diesem Land nicht mehr leben wollen." Mehr dazu unter: 10 Zitate: Wie Brandstätter mit Türkis-Blau abrechnet (jd)

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