Skandal-Aufnahmen

17. Mai 2019 18:59; Akt: 19.05.2019 14:34 Print

Die brisantesten Aussagen aus dem Strache-Video

Ein heimlich aufgenommenes Gespräch zwischen dem Vizekanzler und einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte bringt Strache (FPÖ) unter Druck.

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Drei Monate vor der Parlamentswahl traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer Frau. Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen. Denn bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

"Wir wollen eine Medienlandschaft ähnlich wie der Orban aufbauen"

Ganz konkret spricht Strache davon, dass die vermeintliche Oligarchen-Nichte die "Kronen Zeitung" übernehmen soll. Danach müsse man "ganz offen reden". Er sagt weiter, dass man mit dem Medium im Hintergrund bestimmte Politiker pushen und andere wiederum "abservieren" müsse. Strache wörtlich: "Wenn das Medium auf einmal uns pusht, dann hast du recht. Dann machen wir nicht 27, dann machen wir 34 Prozent."

In Ungarn ist eben dieses Szenario zu beobachten. Seitdem Viktor Orban Ministerpräsident ist, werden immer weiter private Sender von seinen Gefolgsleuten aufgekauft. Die Berichterstattung fällt demnach sehr regierungskonform aus. Das spiegelt sich im Pressefreiheits-Index wieder: Ungarn ist seit 2010 um 64 Plätze nach unten gerutscht.

"Das Erste in einer Regierungsbeteiligung, was ich heute zusagen kann, ist: Der Haselsteiner kriegt keine Aufträge mehr."

In dem siebenstündigen Gespräch stellt Strache klar: Wenn die Oligarchen-Nichte der FPÖ mithilfe der "Krone" zu mehr Prozentpunkten verhelfen könne, stelle er ihr wichtige Aufträge in Aussicht. Aufträge, welche die Strabag nicht mehr kriegen würde. Denn der Industrielle Hans Peter Haselsteiner gilt heute als eine Art strategischer Chefberater des Baukonzerns.

"Der Verein ist gemeinnützig, der hat nichts mit der Partei zu tun."

Die "Russin" könne auch spenden, allerdings nicht direkt an die Partei, sondern an Vereine, um keine Meldung beim Rechnungshof abgeben zu müssen. Eine mutmaßlich illegale Form der Parteispende. Dabei soll an einen Verein gespendet werden, hinter dem Personen aus der FPÖ stehen. Namen werden nicht genannt. Jedoch einige Details: Drei Rechtsanwälte stünden an der Spitze und das Vereinsziel sei es, Österreich wirtschaftlicher zu gestalten.

"Das Erste, was wir einbringen, ist, wenn sie 50 Prozent der 'Krone' kauft, dass wir die anderen 50 Prozent beisteuern."

Strache betont mehrmals, dass er bei der Parlamentswahl 2017 zu mehr Prozentpunkten kommen möchte. Dabei würde die "Krone" eine überaus wichtige Rolle spielen. Mithilfe der Unterstützung des Mediums könne man die Wahl eventuell sogar gewinnen. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen schwankte die FPÖ laut Umfragen zwischen Platz zwei und drei.

Die vorgebliche Russin stellte in Aussicht, die Dichand-Anteile zu kaufen. Strache verspricht, die andere Hälfte beizubringen – angeblich über den Unternehmer Heinrich Pecina. Dieser erklärte gegenüber der "SZ", dass er keine Möglichkeiten habe, die "Krone" zu kontrollieren oder zu beeinflussen.

Heinrich Pecina ist der Gründer des Investmenthauses Vienna Capital Partners. In Ungarn ist er der größte Verleger des Landes. Strache betont in den Aufnahmen, dass er auch in Österreich die "Kontrolle" über die "Krone" habe. Pecina dementiert dies jedoch.

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    • Grantscherben am 17.05.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Noch was....

      Was ist denn da für eine weiße Linie auf dem Tisch? Ein Lichtreflex?

      einklappen einklappen
    • Johann M. am 18.05.2019 05:45 Report Diesen Beitrag melden

      Wunderwelt

      Ich bin nicht pink, nicht schwarz, nicht rot und nicht blau, aber es ist nun mal so, die ganze welt ist korrupt. Ob politik, wirtschaft oder sonst wo, es gibt keine ehrlichkeit, menschlichleit oder korrektheit. Es gibt auch keinen osterhasen und auch keinen weihnachtsmann. Akzeptiert dass gelogen, betrogen, gemordet wird, es wird immer so weiter gehen. lebet für euch selbst nach bestem wissen und gewissen, seid ehrlich und geniesst jeden tag in unserem riesen universum wie wenn es euer letzter sei.

    • Harald Scholz am 18.05.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Schnipp-Schnapp

      Aus mehr als 6 Stunden Videomaterial werden ein paar Minuten herausgeschnitten, aus dem Zusammenhang genommen. Die für bestimmte Kreise "passenden" Passagen werden dann mit Untertitel dem Publikum vorgeführt. Spiegel und SZ weigern sich einem Gericht das gesamte, ungeschnittene Material zur Überprüfung zu übergeben. Für mich sind diese Aussagen von H.C. Strache daher nicht relevant, solange ich nicht die gesamte Fassung sehe und höre und mir ein eigenes Urteil machen kann. Aber die Volksmenge reklamiert - wie im Mittelalter - "hängt ihn."

    Die neuesten Leser-Kommentare

    • Ein entäuschter Österreicher am 22.05.2019 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ich schäme mich für diese Politiker.

      Es ist so beschämend was die Zwei Herren von sich gegeben haben. Und es ist auch durch nichts Entschuldbar. Die gute Arbeit mit einem Schlag zerstört. Auch die Art und Weise wie die Politiker dazu bewegt wurden so etwas nur anzu denken ist besorgniserregend. Diese zwei Herren sollten für immer schweigen,denn der Schaden den die Zwei Österreich verursacht haben wird uns noch sehr lange beschäftigen.

    • 200847 am 18.05.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Skandal

      WARUM JETZT? Und zufällig vor den Wahlen! Und wieder ein Piefke!

    • Harald Scholz am 18.05.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Schnipp-Schnapp

      Aus mehr als 6 Stunden Videomaterial werden ein paar Minuten herausgeschnitten, aus dem Zusammenhang genommen. Die für bestimmte Kreise "passenden" Passagen werden dann mit Untertitel dem Publikum vorgeführt. Spiegel und SZ weigern sich einem Gericht das gesamte, ungeschnittene Material zur Überprüfung zu übergeben. Für mich sind diese Aussagen von H.C. Strache daher nicht relevant, solange ich nicht die gesamte Fassung sehe und höre und mir ein eigenes Urteil machen kann. Aber die Volksmenge reklamiert - wie im Mittelalter - "hängt ihn."

    • Metatron am 18.05.2019 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ende

      Blickt man ins Archiv zurück, gab Straches Büro 2017 bekannt, der FPÖ-Chef mache im Sommer in Ibiza "Familienurlaub". Die Rede war von einer Reise mit Ehefrau, Mutter und seinen beiden Kindern (aus einer früheren Beziehung).

    • karin am 18.05.2019 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Neutral

      Wenn dann diese ständige Gehässigkeit aufhoert .Wir wollen eine Berrichterstattung keine Hassdiraden.