FPÖ-Abgeordnete sorgt bei Corona-Demo für Eklat

Die freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch sorgte mit einem Redebeitrag für reichlich Verwunderung.
Die freiheitliche Abgeordnete Dagmar Belakowitsch sorgte mit einem Redebeitrag für reichlich Verwunderung.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Am Samstag gingen bis zu 40.000 Maßnahmengegner auf die Straße. Eine von ihnen war Dagmar Belakowitsch. Die FPÖ-Politikerin sorgte für einen Skandal.

In Wien fand am Samstag eine Vielzahl an Demonstrationen statt. Rund 40.000 Menschen schlossen sich den maßnahmenkritischen und teils von Gewalt und Eskalation überschatteten Demonstration teil. Insgesamt 27 Demonstrationen zogen durch die Innenstadt. Auch linke Gegendemonstranten marschierten auf. 

Dass die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen auch von der FPÖ begrüßt werden, zeigt auch, dass erneut Dagmar Belakowitsch eine Rede hielt. Die Ärztin ist seit 2016 Nationalratsabgeordnete und fiel schon in der Vergangenheit mit kritischen Aussagen über das Coronavirus auf. 

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Kritik an Ärztekammer

Auch am Samstag sorgte sie in einem Redebeitrag, der als Mitschnitt in den sozialen Medien kursiert wieder für einen Kopfschütteln. Besonders in die Mangel nahm sie dabei Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. Dieser habe den Vogel abgeschossen. "Der geht her und schickt dann an alle Ärzte aus, na sie mögen sich schon sehr gut überlegen, ob sie ihren Patienten abraten zur Impfung, weil dann wird die Disziplinarkommission das ganz genau prüfen." Hier handle es sich um einen "Maulkorb" und "Daumenschrauben" für die Ärzteschaft. 

Doch dann stellte sie eine zuweilen haltlose These auf. Die Ärzteschaft stecke in einem Korsett. Denn diese wisse, "was in den Spitälern los ist", die wisse ganz genau, "welche Patienten es sind, die unsere Krankenhäuser zu Hauf füllen. Das sind nämlich nicht die bösen Ungeimpften. Oh nein, das sind ganz ganz viele Geimpfte, die auf Grund eines Impfschadens behandelt werden müssen."

Die Zahlen sagen was anderes

Ein kleiner Faktencheck. Die "Wiener Zeitung" berichtete Mitte November von gerade einmal 265 Anträgen, die nach dem Impfschadengesetz im Kalenderjahr 2021 gestellt wurden. 246 Fälle davon betrafen die Covid-19-Schutzimpfung. Allerdings ist noch nicht klar, wie vielen Anträgen davon stattgegeben wird. Zum Vergleich: Bislang wurden in Österreich mehr als 14,3 Millionen Covid-Impfdosen verabreicht. Rundet man auf und geht von 300 (gerechtfertigten) Anträgen aus, dann entspräche das exakt 0,0021 Prozent der verabreichten Dosen. Von flächendeckenden Impfschäden kann also nicht die geringste Rede sein. 

Dem gegenüber stehen aktuell 648 ICU-pflichtigen Covid-19-Patienten. Noch Ende November lag der Anteil der ungeimpften Corona-Patienten auf den Intensivstationen bei rund 75 Prozent. Drei von vier Intensiv-Patienten hatten also keinen Immunschutz gegen das Virus. Der überwiegende Teil des übrigen Viertels ist, das bestätigen Ärzte allerorts, teilweise schwer vorerkrankt oder immunsupprimiert. 

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