FPÖ gegen Masken, Hofer sieht aber "Impf-Stillstand"

FPÖ-Chef Norbert Hofer spricht sich für rasche Impfungen aus.
FPÖ-Chef Norbert Hofer spricht sich für rasche Impfungen aus.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Einerseits weigert sich die FPÖ konsequent, im Parlament Masken zu tragen, andererseits pocht Parteichef Hofer auf schnelle Impfungen.

Der Umgang der FPÖ mit der Corona-Pandemie ist ein bisschen zwiespältig. Einerseits tut man sich schwer mit Masken. Im Nationalrat tragen die meisten Mandatare demonstrativ keine FFP2-Maske – verordnet konnte sie bisher im Hohen Haus nicht werden. Selbst nach der schweren Corona-Erkrankung von FPÖ-Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner (er musste tagelang auf der Intensivstation künstlich beatmet werden) gab es kein Einlenken.

Als ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka am Ostersonntag in der "Krone" vorlegte und von einer "grundsätzlichen Provokation" der Freiheitlichen sprach, feuerte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl in einer Aussendung zurück. Sobotka stecke "bis zum schütteren Haaransatz im Korruptionssumpf" und solle "den Dreck anderswohin werfen". Sobotka wolle "offensichtlich provozieren", so der FPÖ-Mann, der immer noch nicht "nur irgendeine Evidenz für die Wirksamkeit von Masken" sieht. Wissenschaftler sehen die Evidenz indes schon.

Hofer beklagt Impfgeschwindigkeit

Am Ostermontag meldete sich schließlich auch FPÖ-Chef Norbert Hofer zu Wort. Er will sich – anders als Kickl – gegen Corona impfen lassen. Per Aussendung ließ er wissen, dass das Impf-Tempo zu Ostern deutlich nachgelassen habe. "Am Samstag sind beispielsweise nur 18.644 Impfdosen verabreicht worden. Bis zum Sommer werden nicht alle Menschen, die das wollen, durch eine Impfung immunisiert sein. So ehrlich muss die Bundesregierung bitte endlich sein. Das Versprechen von einer Rückkehr zur Normalität bis zum Sommer wie sie die Österreicherinnen und Österreicher gewohnt waren, wird nicht erfüllt werden können - wie so viele Behauptungen und Ankündigungen in dieser Pandemie", so Hofer.

"Nur am Platz keine Maske"

"Quer durch alle Parteien tragen Mandatare keine Masken im Plenum. Ich trage meine Maske nur beim Vorsitz und am Sitzplatz (Plexiglasscheiben) nicht. Ansonsten schon - trotz Immunisierung nach erfolgter Erkrankung. Außerdem soll die FFP2-Maske den Träger schützen. Wenn ein Mandatar sie nicht trägt, gefährdet er also nicht andere, die eine Maske tragen, wie fälschlicherweise behauptet.“

In dem rund fünf Minuten langen Clip hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz zu Ostern über den Impffortschritt im Lande referiert und versprochen, dass jeder Impfwillige in den nächsten 100 Tagen ein Angebot für die Erstimpfung erhält. Eine nationale Zulassung des russischen Sputnik-V-Impfstoffes könnte dieses Versprechen sogar beschleunigen.

Am Dienstag findet die nächste Videokonferenz zwischen der Regierung und den Obleuten der Oppositionsparteien mit den geladenen Experten statt. "Ich werde in dieser Konferenz das Impfdebakel ansprechen. Außerdem möchte ich vom Kanzler wissen, wie er sein Versprechen einer zeitnahen Impfung der Österreicher angesichts des bisherigen Scheiterns der Impfkampagne zu erfüllen gedenkt", so Hofer.

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