Gehalts-Streit

"FPÖ-Landes-Chefs pfeifen auf Herbert Kickls Vorgabe"

FPÖ-Chef Herbert Kickl sprach sich für eine Polit-Nulllohnrunde aus. Doch FPÖ-Landespolitiker gönnen sich (unfreiwillig) eine fette Gehaltserhöhung.
Newsdesk Heute
10.12.2023, 13:21
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Noch im August ging FPÖ-Chef Herbert Kickl eine von ÖVP und Grünen angekündigte Nulllohnrunde für Spitzenpolitiker auf Bundesebene nicht weit genug. Der FPÖ-Chef sprach von einer "unanständigen Politikergehaltserhöhung" von fast zehn Prozent und wollte diese auch in allen Bundesländern sowie "für Spitzenbeamte und Top-Manager von Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung" streichen. Dass die Regierung das nicht wolle, zeige , wer sich "selbst sowie selbsternannten Eliten am nächsten sei, und nicht den Österreichern", so Kickl. Doch nun bringen ausgerechnet seine eigenen Leute den Freiheitlichen zur Freude der ÖVP in Erklärungsnot, und das noch dazu kurioserweise ungewollt.

"Ein freiheitlicher Volkskanzler, der ehrlich gegenüber der eigenen Bevölkerung ist und für den ihr Wohl an allererster Stelle steht, hätte jedenfalls von Anfang an gewusst, was er in Zeiten wie diesen zu tun hat", so Kickl zu seiner geforderten Nulllohnrunde. Nach seinen Worten dürften aber sein FPÖ-Personal in den Bundesländern nicht wissen, was sie "in Zeiten wie diesen zu tun" hätten. "Nach Marlene Svazek stellt sich auch Udo Landbauer gegen ihren Bundesparteiobmann Herbert Kickl. Während dieser für dieses Jahr Nulllohnrunden für Politiker gefordert hat, lassen sich seine Kollegen in den Ländern eine saftige Gehaltserhöhung auszahlen", kritisiert die ÖVP. Pikant: Nicht ganz freiwillig, denn die FPÖ wollte die Nulllohnrunde, die ÖVP nicht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Die zwei FPÖ-Landesparteichefs pfeifen damit offen auf die Vorgabe ihres eigenen Parteiobmanns. Einigkeit in der FPÖ gibt es also nur in den Worten und nicht in ihren Taten. Das zeigt klar: Kickls leere Versprechen werden nicht einmal von seiner eigenen Partei umgesetzt. Die FPÖ-Landesparteiobleute wären gut damit beraten, die immer radikalere Politik von Herbert Kickl grundsätzlich abzulehnen und Vernunft walten zu lassen. Denn derzeit bewegt sich die Kickl-FPÖ am rechtsextremen Rand", interpretiert die bizarre Geschichte der Generalsekretär der Volkspartei, Christian Stocker, in einer Aussendung. 

Kurios: FPÖ wollte eigentlich Nullohnrunde

Niederösterreich ließ sich als einziges Bundesland Zeit mit der Entscheidung, wohl auch, weil man sich erst nicht einig wurde. Wie die FPÖ am Donnerstag berichtet, hätten sich die Freiheitlichen für eine "volle Nulllohnrunde" eingesetzt, die VPNÖ wollte aber nicht mitziehen. In der Nacht auf Donnerstag einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss nach dem Vorbild Kärntens, wie FPNÖ-Klubchef Reinhard Teufel erklärt: "Es wird ein halbes Jahr Nulllohnrunde für Mandatare und Landesregierungsmitglieder und danach eine moderate Erhöhung." Kritik übt der Klubobmann diesbezüglich am Koalitionspartner: "Für die Minister im Bund gibt es eine volle Nulllohnrunde. Wir Freiheitlichen sind der festen Überzeugung, dass das auch für die Regierungsmitglieder in Niederösterreich der sauberste und ordentlichste Weg gewesen wäre."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.12.2023, 14:54, 10.12.2023, 13:21
Mehr zum Thema