Mittwoch ist österreichweit Equal Pay Day. Der Tag markiert symbolisch jenen Zeitpunkt, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern unbezahlt gearbeitet haben. Trotz politischer Initiativen und gesetzlicher Maßnahmen besteht weiterhin eine deutliche Einkommenslücke.
Hochgerechnet arbeiten Frauen bis zur Pension jedes neunte Jahr gratis. Um darauf aufmerksam zu machen, gibt es zweimal pro Jahr den Equal Pay Day. Hintergrund ist die Lohnschere zwischen den Geschlechtern.
Laut aktuellen Berechnungen auf Basis des Einkommensberichts der Statistik Austria verdienen Frauen in Österreich im Schnitt etwa zwölf Prozent weniger als Männer. Der Gender Pay Gap, also die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern, liegt damit über dem EU-Schnitt - selbst wenn Branche und Arbeitszeit berücksichtigt werden.
Michaela Eigner-Pichler von der Arbeiterkammer nennt mehrere Gründe: "Es hängt von der Berufswahl ab, von strukturellen Unterschieden im Unternehmen. Wenn man sich die Erwerbsbiografien von Frauen anschaut, gehen Frauen häufiger in Teilzeit oder unterbrechen überhaupt die Erwerbstätigkeit."
Um dem entgegenzuwirken, fordert die Arbeiterkammer von Unternehmen klare Kriterien für die Einstufung und für Beförderungen. Denn das Einkommen wirkt sich direkt auf die Pension aus, so Eigner-Pichler: "Wer mehr einzahlt, bekommt später auch mehr Pension. Also das ist natürlich die Rechnung und so funktioniert unser Pensionssystem. Das heißt, wenn Frauen länger in Teilzeit arbeiten, zahlen sie dadurch weniger ein und dadurch ergibt sich dann in der Pension dieser eklatante Unterschied von 40 Prozent."
In Kärnten ist die Lage noch deutlicher: Dort ist der Equal Pay Day heuer erst am 15. Februar (Samstag) erreicht. Statistisch gesehen arbeiten Frauen in Kärnten also noch länger gratis als im österreichweiten Durchschnitt.