Der Equal Pay Day: Der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen statistisch gesehen, ohne Bezahlung arbeiten – verglichen zu Männern. In Niederösterreich fällt dieser Tag auf Dienstag, den 10. Februar 2026. Das entspricht heuer 41 Tagen statistisch ohne Bezahlung für Frauen. In Österreich ist der Equal Pay Day erst am 11. Februar. Basis für den Equal Pay Day sei das Bruttojahreseinkommen von Frauen und Männern in einer Vollzeit-Arbeitsstelle.
Im Jahr 2025 waren es noch 43 Kalendertage – eine Verbesserung um zwei Tage ist zu verzeichnen.
Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP), Landesrätin für Bildung, Soziales und Wohnbau, sehe darin einen bedeutsamen Fortschritt, räumt aber dennoch ein: "Echte Gleichstellung bedeutet gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Wir machen in Niederösterreich jedes Jahr Fortschritte, gleichzeitig werden wir bei unseren Anstrengungen zu echter Gleichstellung nicht nachlassen."
Aktuell beträgt der Gender Pay Gap 11,1 Prozent in Niederösterreich – damit ist das Bundesland im Österreichvergleich auf Platz zwei hinter Wien (4,2 Prozent, 15 Tage).
Laut Teschl-Hofmeister seien strukturelle Aspekte für die Einkommensunterschiede maßgebend – besonders die geschlechtsspezifische Berufswahl. Technische und handwerkliche Berufe haben eine bessere Entlohnung und werden mehrheitlich von Männern durchgeführt. Frauen hingegen sind in Berufsbranchen tätig, die niedriger entlohnt sind.
Das Land Niederösterreich würde sich dem mit Maßnahmen entgegensetzen – Programme wie "Girls Day", "HTL4girls" oder "TechDatings" sollen das Interesse für technische Ausbildungen hervorrufen und zeigen, was möglich ist. "Frühe Impulse eröffnen langfristig faire Chancen – auch beim Einkommen", so Teschl-Hofmeister.
Weiters sei für bessere Chancen in der Karriere sowie höhere Löhne auch wichtig, dass die Kinderbetreuung ausgebaut werde. Die "blau-gelbe Betreuungsoffensive" soll möglich machen, dass Familie und Beruf besser vereinbart werden können. Studien würden nämlich belegen, dass viele Mütter ihre Arbeitszeiten erhöhen würden, wenn es geeignete Angebote für Betreuung geben würde.