Frauen verdienen in OÖ 10.000 Euro weniger als Männer

Der neue Einkommensbericht enthüllt große Unterschiede bei den Einkünften von Frauen und Männern.
Der neue Einkommensbericht enthüllt große Unterschiede bei den Einkünften von Frauen und Männern.iStock
Frauen, die Vollzeit arbeiten, verdienen in OÖ pro Jahr fast 10.000 Euro weniger als Männer. Das enthüllt der neue Einkommensbericht.

Frauen bekommen in Oberösterreich im Schnitt deutlich weniger Gehalt als Männer. Das zeigen Zahlen des brandaktuellen Einkommensberichts zu 2020, der "Heute"vorliegt. 

Die wichtigsten Daten aus dem Bericht im Überblick:

 Gehälter bei Vollzeitarbeit um fast 10.000 niedriger

Frauen, die Vollzeit arbeiten, haben in OÖ ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 37.875 Euro. Bei Männern liegt das Einkommen hingegen bei 47.030 Euro jährlich. Das sind fast 10.000 Euro im Jahr (exakt 9.155 Euro) mehr. 

 Inklusive Teilzeit Zahlen noch dramatischer

Der Blick auf alle Erwerbstätigen (also auch inklusive Teilzeit) zeigt ein noch dramatischeres Bild. Hier liegt das Einkommen der Frauen bei nur 22.916 Euro, das der Männer hingegen bei 39.955 Euro. Heißt: Frauen bekommen nur 57 Prozent des Männer-Einkommens. OÖ liegt in der Statistik ganz hinten, nur in Vorarlberg ist die Differenz größer. 

Der Einkommensbericht zeigt, dass Frauen in OÖ viel weniger Gehalt bekommen als Männer.
Der Einkommensbericht zeigt, dass Frauen in OÖ viel weniger Gehalt bekommen als Männer.Screenshot

Defizite bei Kinderbetreuung

Aber woran liegt's, dass die Unterschiede zwischen Frauen und Männern in OÖ so groß sind? Für Birgit Gerstorfer, SPOÖ-Chefin und Soziallandesrätin, sind es Mängel bei der Kinderbetreuung.

Der Anteil der Frauen an den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten liegt in OÖ nur bei 29 Prozent. "Das ist der niedrigste Wert aller Bundesländer", kritisiert Gerstorfer gegenüber "Heute". Zum Vergleich: In Wien, wo es den Gratis-Kindergarten und längere Betreuungszeiten gibt, liegt der Anteil der Frauen bei 40 Prozent.

Gerstorfer sagt: "Der Ausbau der Kinderbetreuung als Rechtsanspruch ganztägig, ganzjährig und kostenfrei, das ist das Gebot der Stunde". Und stellt abschließend fest: "In Sachen Gleichberechtigung ist noch viel zu tun". 

Landesrätin und SPOÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer übt scharfe Kritik an der Kinderbetreuung in OÖ.
Landesrätin und SPOÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer übt scharfe Kritik an der Kinderbetreuung in OÖ.Land OÖ
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