Frauen wurden bei Corona-Testungen sexuell belästigt

Schwere Vorwürfe bei den Massentests in Graz. (Symbolbild)
Schwere Vorwürfe bei den Massentests in Graz. (Symbolbild)picturedesk.com
Sexistische Sprüche und Kontaktaufnahme über Facebook: Im Gespräch mit "Heute" berichten Frauen darüber, wie sie bei Coronatests belästigt wurden.

Erschütternde Erfahrungen mussten mehrere junge Frauen nun bei den Massentests in der Grazer Messe machen. Beim Covid-19-Abstrich wurden sie nicht nur mit sexistischen Sprüchen konfrontiert, sondern auch von einigen Bundesheer-Soldaten nach der Testung auf sozialen Medien kontaktiert. Im Interview mit "Heute" sprechen die Betroffenen, die anonym bleiben wollen, über die Vorfälle. 

"Ich ging am Montagmittag (Termin 12:15) zum Corona-Test in der Messehalle in Graz. Ich wurde zu Beginn freundlich von einigen jungen Herrn begrüßt, bis ich dann zum Testplatz Nr. 14 geschickt wurde. Dort wurde ich mit der Frage, ob ich denn schon nervös sei, auf den Testsessel gebeten. Ich nahm also meine FFP2-Maske ab, woraufhin mir einer der drei dort anwesenden Männer zuzwinkerte und dabei sagte: 'Na, also wir beide sehen uns bestimmt wieder!'", schildert eine der betroffenen Frauen.

"Na, bei dir stecken wir das Stäbchen in beide Löcher", sagte er laut und schaute dabei die Tester an. Alle lachten. Ich fühlte mich absolut unwohl und wollte dort nur mehr raus."

"Auf eine weitere Frage, ob ich schon einmal einen Nasenabstrich hatte, antwortete ich mit 'nein, bisher nur Rachenabstriche'. Nachdem ich dann also getestet wurde, fragte mich derselbe Mann anschließend: 'Und, in welchem Loch war es denn angenehmer?' Knapp zwei Stunden später bekam ich, zu meinem Entsetzen, eine Facebook-Freundschaftsanfrage vom besagten Typen", zeigt sich die Steirerin fassungslos. "Die Krönung dieser Dreistigkeit ist also auch noch der wissentliche Missbrauch meiner Daten, die dazu genutzt wurden, mich auf Social Media ausfindig zu machen."

Erfahrungen werden in sozialen Netzwerken ausgetauscht

Ähnlich erging es auch einer anderen Steirerin. Im Gespräch mit "Heute" berichtet die Frau: "Ich setzte mich zur Testung auf den Stuhl und nahm meine Maske ab. In dem Moment ging ein Mann an mir vorbei. 'Na, bei dir stecken wir das Stäbchen in beide Löcher', sagte er laut und schaute dabei die Tester an. Alle lachten. Ich fühlte mich absolut unwohl und wollte dort nur mehr raus." Nach dem furchtbaren Erlebnis tauschte sich die Steirerin mit einer Freundin aus, die ihr schilderte, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Mittlerweile berichten mehrere Frauen in verschiedenen sozialen Netzwerken von sexuellen Anspielungen und Kontaktaufnahme seitens der Tester. "Ich war im September bei der Teststraße in Graz, da Verdacht auf Corona bestand. Mein Freund ist mit dem Auto gefahren und fünf Minuten nachdem wir weg waren, hat mir einer der Typen auf Facebook eine Anfrage geschickt", ärgert sich eine Userin auf der Plattform Jodel. 

Zu den Anschuldigungen erklärte Michael Bauer, Pressesprecher des Bundesheeres gegenüber "Heute": "Die Fälle sind uns bekannt. So ein Verhalten ist in keinster Weise zu tolerieren. Wir werden das strafrechtlich verfolgen."

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