Niederösterreich

Freundin mit Auto gerammt und getötet – 5 Monate Haft

Ein 55-Jähriger musste sich am Freitag wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten, kam mit 5 Monaten Haft davon.
Isabella Nittner
09.09.2022, 14:02
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Aufsehenerregender Prozess am Freitag (9.9.) am Landesgericht Korneuburg: Ein 55-Jähriger stand vor dem Richter, musste sich wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. Zuvor war auch wegen des Verdachts des Mordes ermittelt worden.

Frau reglos gefunden

Was war geschehen?

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In der Nacht auf den 22. November 2021 entdeckte ein Zeuge an einer Tankstelle in Eibesbrunn, einer Katastralgemeinde von Großebersdorf im Bezirk Mistelbach, eine Frau – sie lag reglos und schwer verletzt am Boden.

Die 49-Jährige wurde noch per Heli ins Spital nach Wien geflogen, erlag dort aber ihren schweren Verletzungen. Eine Obduktion ergab, dass die Niederösterreicherin ein stumpfes Brustkorb-Trauma mit Serienrippenbrüchen und Lungenverletzungen erlitten hatte. Sie starb laut Strafantrag, weil sie in die linke Brusthöhle verblutete.

Pick-Up untersucht

Der Lebensgefährte (55) der Frau war rasch im Visier der Mordermittler, sein PS-starker Pick-Up wurde in Folge kriminaltechnisch untersucht. Der konkrete Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Wiener soll seine Freundin mit dem Auto gerammt und dadurch getötet haben.

Weil er zum Tatzeitpunkt schwer alkoholisiert gewesen sein soll ("zumindest 1,89 Promille" laut Anklage) steht der Mann nun wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht – mehr dazu hier. Eine Tötungsabsicht konnte in den Ermittlungen nicht nachgewiesen werden, allerdings soll der Österreicher wegen mangelnder Aufmerksamkeit und einer Alkoholisierung die für den Straßenverkehr notwendige Sorgfalt außer Acht gelassen haben. Star-Anwalt Farid Rifaat, der den Mann vor Gericht verteidigte, sprach bis zuletzt von einem Unfall.

U-Haft wurde über den 55-Jährigen damals nicht verhängt, er blieb gegen eine Kaution von 25.000 Euro auf freiem Fuß – "Heute" berichtete hier.

Prozess in Korneuburg

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte geständig, ihm drohten bis zu drei Jahre Haft. Er und seine Lebensgefährtin seien nach einer beträchtlichen Menge Nuss-Schnaps noch ins Auto gestiegen, um Alk-Nachschub zu holen.

Was dann passierte, konnte nicht gänzlich geklärt werden, den Ermittlungen zufolge dürfte die Frau sich, um ihre Notdurft zu verrichten, hingehockt haben, der 55-Jährige, der einstweilen am Areal der Tankstelle im Kreis fuhr, erwischte seine Freundin mit rund 15 km/h im linken Rückenbereich. Dann fuhr er davon und ließ die 49-Jährige einfach liegen.

Die unterlassene Hilfeleistung rechtfertigte er vor Richter "Gnadenlos" Manfred Hohenecker als "Kurzschlussreaktion".

Der 55-Jährige wurde zu einer 15 monatigen Haftstrafe, davon zehn Monate bedingt, verurteilt – heißt: wirklich "sitzen" muss er nur 5 Monate. Das Urteil ist rechtskräftig.

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