Schon mit dem blamablen Aus in der ersten ÖFB-Cuprunde gegen Voitsberg starteten die Veilchen denkbar schlecht in die neue Saison, nur ein Punkt aus zwei Ligaspielen. Und am Donnerstag folgte gegen Banik Ostrava der nächste Tiefschlag. Ein Heim-1:1 reichte in der dritten Runde der Conference-League-Qualifikation nicht zum Aufstieg, nachdem die Wiener auswärts mit 3:4 verloren hatten.
Erik Prekop brachte die Gäste aus Tschechien in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Elfmeter in Führung (45+2.), Philipp Wiesinger glich noch aus (67.). Doch der nötige Treffer für die Verlängerung gelang nicht. Nach Ilves Tampere vor einem Jahr wurde nun Banik Ostrava zum violetten Sargnagel. Auffallend: Wankte zuletzt die Austria-Defensive, so haperte es diesmal im Angriff.
"Mir fehlt das Intuitive, das Überraschende im Fußball. Da würde ich mir mehr wünschen: Bewegung, Spielwitz, vielleicht auch Engagement", meinte "ORF"-Experte Roman Mählich, der die Partie im öffentlich-rechtlichen TV live kommentiert hatte, nach rund einer Stunde. Und ergänzte dann deutlich: "Vielleicht sehe ich das mit der österreichischen Brille. Aber die Austria muss doch besser kicken können, kann normalerweise doch gut Fußball spielen."
Ähnlich dürfte es wohl auch der harte Kern des Austria-Anhangs gesehen haben. Nach dem Spiel war einer auf den Rasen gelangt, hatte den Austria-Spielern die Meinung gegeigt – vor laufender TV-Kamera. Der ORF zeigte die Bilder, der verletzte Abwehrchef Aleksandar Dragovic hatte vermittelt.
"Wir haben über 90 Minuten alles reingeworfen, das können wir uns heute nicht vorwerfen. Aber ich glaube, wir haben es im Hinspiel verbockt. Da haben wir zu leicht zu viele Gegentore bekommen", meinte Torschütze Wiesinger, der zugeben musste, dass man den Aufstieg "über zwei Spiele auch nicht verdient" habe. "Sicher sind wir sehr enttäuscht, weil wir ein Jahr lang dafür gekämpft haben, dass wir in diesem Bewerb dabei sind", meinte Kapitän Manfred Fischer.
"Wir haben alles dran gesetzt heute. Aber der entscheidende Punkt ist: Wir wollen heuer wieder eine gute Saison spielen", blickte Austria-Coach Stephan Helm bereits nach vor.