Der ehemalige Chef der Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, sitzt seit rund zwei Jahren hinter Gittern. Der US-Unternehmer wurde Ende März 2024 wegen Betrugs zu 25 Jahren Haft verurteilt. Doch offenbar hat er das Ziel, deutlich früher freizukommen.
Seine Strategie: Er setzt aus dem Gefängnis pro-Trump-Beiträge auf der Plattform X ab. In diversen Tweets unterstützt er etwa die Iran-Politik des US-Präsidenten und lobt den Wechsel an der Spitze der Börsenaufsicht SEC.
Laut heise.de unter Berufung auf CoinDesk will der als SBF bekannte Unternehmer damit die Gunst des US-Präsidenten gewinnen. Trump hatte zuvor gesagt, er plane keine Begnadigung für Bankman-Fried. Doch der Präsident ist für seine Begnadigungen bei Finanzkriminalität bekannt.
Kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner 2025 begnadigte Trump den Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht. Dieser hatte einen Darknet-Marktplatz betrieben, wo unter anderem Drogen und Waffen gegen Kryptowährung gehandelt wurden. Er war zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden.
SBF hofft offenbar auf eine ähnliche Behandlung. Trump hatte sich vor seiner Wiederwahl um Unterstützung aus der Krypto-Branche bemüht und erhebliche Wahlkampfspenden erhalten. Ulbricht genießt in diesen Kreisen große Popularität, weil seine Plattform die praktische Nutzbarkeit von Bitcoin im Handel zeigte.
Bei FTX wurde klassischer Betrug aufgedeckt: Veruntreuung von Kundengeldern. Bankman-Fried betrieb auch den Hedgefonds Alameda Research, der riskante Geschäfte machte und sich Mittel bei FTX borgte. Als diese Geschäfte schiefgingen, klaffte ein Milliarden-Loch in der Kasse.