Das Testspiel zwischen Real Madrid und dem ACF Fiorentina lockte am Samstag 30.000 Fans ins ausverkaufte Wörthersee-Stadion nach Klagenfurt. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad war der Durst groß und genau das sorgte bei einem Besucher für großen Ärger.
Während der zweiten Hälfte waren die Vorräte an stillem Mineralwasser bereits aufgebraucht. Ein junger Kärntner Fan wollte sich gemeinsam mit seinem Vater dennoch etwas zu trinken holen. Statt Mineralwasser wurde ihnen am Kiosk ein Becher Leitungswasser angeboten.
Für den halben Liter im Einwegbecher wurden jedoch fünf Euro verlangt, das berichtet die Kleine Zeitung. Auf Nachfrage habe das Personal erklärt, das sei so vorgeschrieben. Der Vater bezahlte, zeigte sich danach aber verärgert.
"Ich weiß, Kosten für Personalaufwand, Steuern, Sachaufwand etc. sind hoch, jedoch weiß ich nicht, ob dies gerechtfertigt ist", schrieb der Mann in einem öffentlichen Posting. "Ich zahle gerne für eine Leistung, hier jedoch finde ich das äußerst überrechnet."
Der Betroffene wandte sich auch per E-Mail an das Catering-Unternehmen "Kärnten aktiv", das seit rund 20 Jahren die Gastronomie im Wörthersee-Stadion betreibt. Dort reagierte man umgehend.
"Es gab nie eine derartige Anweisung", sagt Geschäftsführer Martin Widrich laut Kleine Zeitung. Er betont, dass in seinem Betrieb grundsätzlich kein Leitungswasser ausgeschenkt werde. Als Grund nennt er, dass die Wasserleitungen im Sportpark oft monatelang nicht genutzt würden. "Ich gebe doch nichts aus, was ich nicht selbst konsumieren würde!"
Laut Widrich wurden die Kioske wegen der angekündigten Hitze ausreichend mit Getränken ausgestattet. Das stille Mineralwasser sei gegen Ende der Partie dennoch ausgegangen. Als Ersatz habe es die Anweisung gegeben, prickelndes Mineralwasser oder Eistee ohne Kohlensäure anzubieten.
Rund 400 Mitarbeiter waren beim Spiel im Einsatz, etwa 100 davon laut Widrich erstmals als Aushilfen. Trotz eines Briefings im Vorfeld könne er sich das Missverständnis nicht erklären.
Der Gastronom entschuldigt sich beim betroffenen Fan, so die Kleine Zeitung. Er bietet eine Wiedergutmachung an: "Der Herr möge mir bitte seine Kontonummer schicken, ich überweise ihm sehr gerne die fünf Euro zurück und das nächste Getränk geht auch auf mich."