Hochspannung vor dem Königsliga-Schlager Real gegen Bayern in Madrid. Sky-Experte Lothar Matthäus hat gute und schlechte Erinnerungen an Real Madrid.
"Ich erinnere mich nur an Siege gegen Real", grinst der Weltfußballer 1991 im "Heute"-Interview vor dem Viertelfinal-Hit der Champions League. "Ich habe meine letzten Spiele für Bayern im Jahr 2000 in der Champions League gegen Real gemacht. Wir haben als erstes deutsches Team im Bernabeu mit 4:2 gewonnen."
1987 löste Matthäus im hitzigen Duell mit Real eine Rekordsperre aus. Er foulte seinen Gegenspieler Juanito, der zuckte dann aus, trat Matthäus gleich doppelt und wurde für fünf Jahre (!) gesperrt.
"Ich kenne keine längere Sperre im Fußball. Das war ein Attentat. Ich konnte mich nicht wehren, hatte nicht damit gerechnet. Juanito traf mich in den Magen und am Hals, wo man die Stollen sah. Ich habe trotzdem durchgespielt." Ein halbes Jahr später schrieb ihm Juanito einen Brief und entschuldigte sich.
Matthäus ist im Bernabeu als Sky-Experte und Co-Kommentator im Einsatz. "Ich war noch nie im neuen Stadion, werde Gänsehaut haben."
Er favorisiert im Giganten-Duell die Bayern. "Die Entwicklung unter Trainer Kompany ist ein Wahnsinn. Er hat den Verein nach Kahn und Salihamidzic wieder vereint. Die 1.500 Mitarbeiter bei den Bayern hatten vor fünf Jahren keinen Bock auf die Bayern, weil keine gute Atmosphäre dort war. Jetzt stimmt es oben, ziehen die unten mit."
Real kämpft in der Königsliga um seine letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison. "Die Ligapleite auf Mallorca und das Pokal-Aus machen sie gefährlicher. Die Champions League ist der Wettbewerb von Real, das ist ihre Bühne", warnt Matthäus.
Das hätte der Aufstieg gegen Manchester City gezeigt. "Da waren sie diszipliniert, spielten sie daheim beim 3:0-Sieg auf Konter. Es waren aber nicht alle Stars dabei, Mbappe fehlte. Die Frage gegen die Bayern wird sein, ob Mbappe und Vinicius Jr. beide nicht nach hinten verteidigen. Dann fehlt was, wird es Raum für Bayerns enorme Offensivstärke geben."
In der Geschichte ist Real für Matthäus "der größte Verein". "Da ist Bayern oder Barcelona nicht so weit, auch nicht Manchester United."
"In den letzten Jahren verhält sich der Verein aber nicht so, wie er es sollte", kritisiert Matthäus. "Dieser Klub ist größer, diese Größe muss man dann auch zeigen. Wenn ein anderer Weltfußballer wird, dann geht man zur Veranstaltung und sagt Glückwunsch", spricht er die Causa Vinicius Jr. an. "Für mich hatte er es sich nicht verdient, Weltfußballer zu werden. Da rede ich nur vom Sportlichen und noch nicht einmal von seinen Provokationen."