Für Klimaschutz: Kerosin und Flugtickets besteuern

Im Vorjahr gab es in Österreich 16 Prozent mehr An- und Abflüge als 2020. Der VCÖ fordert, Kerosin und Flugtickets EU-weit zu besteuern. Außerdem soll die EU-Kommission "unsinnige Leerflüge" abstellen.
Im Vorjahr gab es in Österreich 16 Prozent mehr An- und Abflüge als 2020. Der VCÖ fordert, Kerosin und Flugtickets EU-weit zu besteuern. Außerdem soll die EU-Kommission "unsinnige Leerflüge" abstellen.Getty Images
Der Flugverkehr hat 2021 in Österreich um fast 16 Prozent zugenommen, lag aber noch deutlich unter dem Niveau von vor der Coronakrise.

Obwohl die Coronakrise den Flugverkehr deutlich reduziert hat, haben die An- und Abflüge in Österreich im Vorjahr gegenüber 2020 um fast 16 Prozent auf 171.500 zugenommen, gab der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unter Berufung auf Daten von Eurocontrol, der europäischen Flugsicherheitsorganisation, bekannt. Jedoch waren es im Jahr 2019 noch um fast 185.000 mehr gewesen, also gut doppelt so viele wie zuletzt.

Der August war 2021 der Monat mit dem meisten Flugverkehr in Österreich, mit fast 22.400 Flügen. Im Februar wurde mit rund 5.500 die geringste Zahl von An- und Abflügen registriert. Die wenigsten Flüge gab es am 23. Jänner mit 83, die meisten am 17. September mit 855.

Insgesamt fanden 2021 im zweiten Halbjahr mehr als doppelt so viele Flüge statt wie im ersten Halbjahr. Im zweiten Halbjahr lag der Flugverkehr nur mehr um ein Drittel unter dem Vor-Corona-Niveau.

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Lufthansa hat im Winter 18.000 Leerflüge

Der VCÖ fordert einen deutlich klimaverträglicheren Flugreiseverkehr und übt Kritik an den Leerflügen, die manche Airlines zum Erhalt von Flugrechten durchführen. Die "unsinnigen Leerflüge", um trotz weniger Passagiere in der Pandemie Start- und Landerechte nicht zu verlieren, seien ein "Schildbürgerstreich", der beendet werden müsse. Die EU-Kommission solle rasch die dafür verantwortliche "Slot-Regelung" aussetzen. Der deutsche AUA-Mutterkonzern Lufthansa rechnet mit 18.000 "Leerflügen" in der heurigen Wintersaison, dies hatte Konzernchef Carsten Spohr erst kürzlich bestätigt. "Heute" berichtete.

Spohr warf der EU vor, durch die Slot-Vorgaben müsse man zu viele Flugzeuge abheben lassen: "Aufgrund der schwachen Nachfrage im Januar hätten wir sogar noch deutlich mehr Flüge reduziert. Aber wir müssen im Winter 18.000 zusätzliche, unnötige Flüge durchführen, nur um unsere Start- und Landerechte zu sichern." 

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Die Billigfluglinie Ryanair läuft dagegen Sturm: Brüssel solle "falsche Behauptungen der Lufthansa" über die Notwendigkeit von leeren Geisterflügen ignorieren und Lufthansa sowie andere staatlich subventionierte Airlines zwingen, Slots freizugeben, die diese nicht nutzen wollten. Ryanair und andere Billigairlines könnten diese Flüge dann zu niedrigeren Ticketpreisen anbieten, aber genau das wollen die angesprochenen Fluglinien wie Lufthansa verhindern.

VCÖ fordert mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen

Wegen der Klimakrise fordert der VCÖ mehr Anstrengungen, um die Klimabilanz des Reiseverkehrs zu verbessern. Europa brauche mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen - sowohl tagsüber als auch mehr Nachtzug-Verbindungen. Zudem gehöre die Steuerbefreiung von Kerosin und Flugtickets EU-weit abgeschafft.

Eine faire Besteuerung von Kerosin würde den dritten notwendigen Schritt beschleunigen, nämlich den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe auch in der Luftfahrt.

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