Hungern statt Kekse

Für WM-Titel kämpft Boxerin zu Weihnachten gegen Kilos

Gabriela Timar kämpft am Boxing Day um den WBO-Titel. Um Weltmeisterin zu werden, hungert sie nun über Weihnachten.
24.12.2025, 14:36
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Es ist der Kampf ihres Lebens. Erstmals in ihrer Karriere erhält Gabriela Timar die Gelegenheit, nach dem Gürtel der WBO, einer der vier großen Verbände, zu greifen. "Eine unglaubliche Chance", sagt die 39-jährige Baslerin, die erstmals in der Schweizer Boxgeschichte zur Weltmeisterin werden könnte. "Davon habe ich immer geträumt", sagt sie zu "20 Minuten".

Am 26. Dezember – in Großbritannien auch Boxing Day genannt – steigt Timar in Bern gegen Marina Loreto in den Ring. Die acht Jahre jüngere japanische Meisterin und Gürtelträgerin des WBO Asia Pacific ist bisher ungeschlagen. In den letzten zehn Kämpfen hat sich "Lolito" mit acht Siegen und zwei Unentschieden schadlos gehalten.

Gabriela "Balboa" Timar weist in ihrer Bilanz ganze 15 Siege mit zwei Niederlagen auf. "Es wird ein Duell auf Augenhöhe, aber der Sieg gehört mir – diese einmalige Gelegenheit vor eigenem Publikum lasse ich mir nicht nehmen", sagt die einstige Kraftsportlerin und heutige EBU-Europameisterin und WBO International Champion.

Kampf gegen die Kilos

Die Chance auf den ersten WM-Kampf hat sich Timar als aktuelle Nummer drei der Welt über zehn Jahre erarbeitet, der Zeitpunkt hat sich aber auch aus einer glücklichen Fügung ergeben. Tina Rupprecht, die amtierende Weltmeisterin aus Deutschland, hat im Herbst ihre erste Schwangerschaft und mit 33 Jahren ihr Karriereende verkündet, weshalb der Gürtel im Atomgewicht frei ist.

Mit einem Limit von 46,2 Kilogramm ist Atomgewicht die leichteste Kategorie. Für gewöhnlich boxt Timar, bei einer Körpergröße von 1,55 Metern, eine Kiloklasse höher. Ausgerechnet während der Weihnachtszeit – mit all ihren kulinarischen Verlockungen – kämpft sie um jedes Gramm. "Das ist schon hart, aber ich blende das alles aus", sagt Timar.

Viel größer als das Verlangen nach deftigem Weihnachtsessen ist bei ihr der Hunger nach Erfolg. "Sie hat einen enormen Biss und Durchhaltewillen", sagt Angelo Gallina vom Boxclub Basel und erinnert sich an den Start ihrer Karriere. "Sie hatte als Frau mit vielen Widerständen zu kämpfen." Worauf er sie nach der berühmten Filmfigur Rocky, gespielt von Sylvester Stallone, taufte.

Die Trilogie aus Blut, Schweiß und Tränen passt bei Timar wie die Faust aufs Auge. Seit sechs Jahren trauert die gebürtige Rumänin um ihren Vater, der während der Corona-Pandemie verstarb. Bei der Beisetzung in der Heimat musste sie online beiwohnen. "Das schmerzt mich noch heute", sagt Timar, "aber ich trage ihn bei jedem Kampf in meinem Herzen."

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