Wien bekommt ein echtes Schmuckstück aus der Verkehrshistorie zurück: Die Wiener Linien präsentieren im Verkehrsmuseum Remise ihren neuesten Schatz – den Stellwagen, Wiens allerersten Linienverkehr.
Liebevoll restauriert und so gut wie neu, erzählt der Wagen von einer Zeit, als Pferde die Straßen beherrschten. Stellwagen waren pferdegezogene Wagen, die nach fixem Fahrplan und zu festen Preisen fuhren – der damalige Geheimtipp für alle Wienerinnen und Wiener, die mobil sein wollten, ohne ein Fiaker-Taxi zu zahlen.
Von Gersthof bis Hietzing, vom Stephansplatz bis zu den Bahnhöfen: Stellwagen verbanden das Stadtzentrum mit den Vororten. Alle 15 Minuten oder sobald der Wagen voll war, ging’s los. Ein- und Aussteigen war jederzeit möglich – im Sommer offen, im Winter mit Stroh als gemütlichem Fußboden. Kurios: Aussteigen musste man damals noch auf der linken Straßenseite – Österreich hatte ja noch Linksverkehr.
Um 1800 waren rund 800 Stellwagen auf über 100 Routen unterwegs. Doch 1917 endete die Ära – der Erste Weltkrieg machte den Pferden das Futter knapp.
Das ausgestellte Exemplar ist eine echte Rarität: vermutlich gebaut um 1890 von der renommierten k.u.k. Hof-Wagenfabrik J. Rohrbacher in Wien-Hietzing. Lange Zeit diente der Wagen als Gartenlaube in Hietzing, bevor er in einem aufwändigen Restaurierungsprozess wieder in altem Glanz erstrahlte.
Ab sofort kann man das geschichtsträchtige Stück hautnah im Verkehrsmuseum Remise bestaunen. Wer Lust auf eine Reise zurück ins Wien des 19. Jahrhunderts hat, findet alle Infos zu Öffnungszeiten und Tickets unter: Wiener Linien – Verkehrsmuseum Remise