Fußballstars sind sauer auf "Fifa 20"-Entwickler

Die neuen Spielerwertungen sorgen beim Release von EAs "Fifa 20" für rote Köpfe. Sogar die Stars selbst melden sich zu Wort.

Dass die Fifa ihre Fußballstars oft ein wenig eigenwillig bewertet, hat man erst kürzlich gesehen. Die Wahl von Lionel Messi zum Weltfußballer mag umstritten, aber nachvollziehbar sein. Doch was Real Madrids Marcelo und Luka Modric in der Weltauswahl des vergangenen Fußballjahres zu suchen haben, wissen wohl nur die Stimmberechtigten selbst. Oder nicht mal die.

Auch über die Bewertung der Spieler in der Fußballsimulation "Fifa" gibt es jedes Jahr etwas zu reden. Tatsächlich wurden die neuen Werte für "Fifa 20" unlängst vorgestellt und nach Diskussionsstoff muss man nicht lange suchen. Etwa, weil Barça-Star Messi diesmal allein an der Spitze des Player-Rankings (94 Punkte) steht.

Entwicklungen ignoriert

CR7 dagegen kommt nur noch auf eine Bewertung von 93 Punkten und muss sich mit Platz zwei begnügen. So weit, so gut. Doch bereits auf Platz drei wird es fragwürdig, denn da folgt PSG-Brasilianer Neymar. Jener Spieler also, der in den vergangenen Monaten primär wegen seiner Schauspieleinlagen – respektive seiner Pirouetten – und mitunter peinlichen Eskapaden neben dem Platz sowie eines unwürdigen Wechseltheaters im Transfersommer von sich reden machte.

Freilich sind die Bewertungen Ansichtssache. Da kann der Entwickler EA noch so lange mit seiner Fifa-Datenbank prahlen, anhand der ein Research-Team die Skills definiert. Doch die Entwicklung der letzten Monate scheint bei EA schlicht ignoriert zu werden.

Weitere Beispiele gefällig? Bitte sehr: Sergio Ramos durchlebt mit Real Madrid ein Horrorjahr und ist mit dem einen oder anderen Bock dafür mitverantwortlich. Bei "Fifa 20" ist er noch immer der zweitbeste Abwehrspieler und der zwölftbeste Spieler der Welt. Sadio Mané begeistert England mit seinem Temposprints, seinen Dribblings und seinen vielen Toren. Für EA reicht es damit gerade mal auf Rang 28. Auch die Ratings von Giorgio Chiellini (zu hoch) oder Robert Lewandowski (zu tief) sorgten für Unmut in den Fanlagern.

Wertung ein "Witz"

Dass sich Fans wegen der Wertung zoffen, ist das eine. Doch immer häufiger melden sich auch die Stars zu Wort. Borussia Dortmunds Flügeljuwel Jadon Sancho erhielt für seine Passqualitäten eine Bewertung von nur 77 von 99 möglichen Punkten und motzte via Twitter: "Passspiel 77?".

In einem Interview mit dem Fachmagazin 11Freunde.de legte der Engländer nach und bezeichnete die Bewertung als "Witz". Sanchos ehemaliger BVB-Teamkollege Pierre-Emerick Aubameyang (Arsenal) nahm sein Rating dagegen mit Humor und twitterte: "88? Find' ich gut, aber die einzelnen Werte müsst ihr mir mal erklären, Jungs!"

Auch Leverkusens Shootingstar Kai Havertz ("ich werde an mir arbeiten, versprochen") und Romela Lukaku via Instagram ("Pace 75? ... 36 km/h, schon vergessen? PES enttäusch mich nicht") reagierten auf ihre Ratings.

Allerdings macht EA schon länger mit (gefakten) Reaktionen von Spielern auf ihre Wertung Werbung für "Fifa". Dass Jadon Sancho und Romelu Lukaku auch in diese Kategorie fallen, ist aber doch eher unwahrscheinlich.

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