170 Passagiere in Flieger am Wiener Airport eingesperrt

Stundenlanges Warten im Flieger, keine Antworten und Verzweiflung: Für rund 170 Reisende wurde der Flug von Wien nach Teheran zum Horror-Trip.  

Am Samstagmittag sollte um 11.50 Uhr eine Passagiermaschine von Wien nach Teheran fliegen. So lautete zumindest der Plan. Mit an Bord war ein "Heute"-Leser, der allerdings von horrenden Wartezeiten berichtet. "Wir saßen bereits zwei Stunden im ersten Flieger, als uns mitgeteilt wurde, dass dieser nicht starten könne", erzählt der Wiener. Der Grund: ein technischer Defekt. Eine andere Maschine stand zu dem Zeitpunkt leider nicht zur Verfügung. Daher mussten rund 170 Fluggäste bis 00.30 Uhr auf ein neues Flugzeug warten. 

Viele Stunden und eine Maschine später kam endlich der heiß ersehnte neue Flieger. Doch die Warterei war noch lange nicht vorbei – erneut harrten die Fluggäste zwei Stunden lang im Flugzeug aus. Diesmal versicherten allerdings die Crewmitglieder, dass sie nur mehr auf die Starterlaubnis vom Flughafen warten würden. 

"Passagiere schliefen am Boden"

Irgendwann offenbarte das Personal den Reisenden den wahren Grund für die Wartezeit: Auch diese Maschine war nicht startklar. Sie musste nämlich enteist werden. Doch auch das gestaltete sich offensichtlich problematisch, denn die Mechaniker konnten erst um 5 Uhr morgens damit beginnen. Bis dahin mussten alle 170 Passagiere an Bord bleiben.

"Die Airline behielt Kinder, ältere und kranke Personen im Flugzeug. Völlig frustriert legten sich einige auf den harten Boden, um ein bisschen Schlaf zu bekommen", erzählt der schockierte Passagier im Talk mit "Heute"

In den frühen Morgenstunden fiel den eingesperrten Menschen ein Stein vom Herzen. Gegen 6 Uhr gelang es dem Enteisungs-Team das Flugzeug schließlich doch noch startklar zu machen. Kurz danach hob die Passagiermaschine ab und landete einige Stunden später sicher in der iranischen Hauptstadt. 

"Es gab keine Flughafenbusse"

"Heute"fragte bei der Fluglinie "Iran Air" nach, wie es dazu kam, dass die Passagiere den Flieger nicht verlassen konnten: "Der Flieger war bereits auf Startposition. Außerdem wurden uns vom Flughafen Wien keine Busse zur Verfügung gestellt," erklärt ein Sprecher der Airline. 

Wiener Flughafen weißt Vorwürfe zurück

Der Pressesprecher des Flughafen Wien wies die Vorwürfe der Airline indes zurück. Der Grund für den verspäteten Abflug der Maschine sei der, dass der Pilot eine Enteisung des Fliegers verordnet, jedoch nicht angemeldet hätte. Nachdem nicht absehbar war, wann die Mechaniker vor Ort sein würden, wurden die Passagiere auch nicht von Bord des Fliegers genommen.

"Bei milden Temperaturen ist das Enteisungs-Team nicht vor Ort, das musste extra organisiert werden. Daher kam es zu der langen Wartezeit. Im Vordergrund steht natürlich die Sicherheit der Passagiere. Die liegt in der Verantwortung des Piloten", so der Sprecher. Das Team des Vienna International Airports bedauerte selbstverständlich die Unannehmlichkeiten für die Fluggäste. Es habe sich um mehrere unglückliche Umstände gehandelt. Der Sprecher des Wiener Flughafen betont jedoch, dass die Airline den Vorfall selbst verschuldet habe, den Flughafen Wien treffen dabei keine Verantwortung.

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