Der Fall sorgt in den USA für Aufsehen: Im April 2026 geriet der Gamer Axeel Melendez während einer Partie des Survival-Spiels "Rust" mit anderen Spielern aneinander. Kurz darauf sollen Hacker Zugriff auf seine persönlichen Daten und E-Mail-Konten erhalten haben.
Die Hacker verlangten Geld und drohten mit sogenanntem "Swatting" – dem Auslösen eines Polizeieinsatzes durch einen gefälschten Notruf. Melendez warnte daraufhin die Polizei vor einem möglichen falschen Notruf.
Doch diese nahm seine Warnung nicht ernst. "So funktioniert das nicht", habe man ihm bei der Leitstelle gesagt. "Dir wird nichts passieren", schildert der Anwalt von Melendez die Vorgeschichte.
Zwei Tage später lösten die Hacker tatsächlich einen Polizeieinsatz aus. Am 10. April 2026 um 5.40 Uhr ging bei der Leitstelle ein Notruf von einer Telefonnummer aus Wisconsin ein. Der Anrufer gab sich als Melendez aus und behauptete, sein Vater habe seine Schwester erschossen.
Noch während der Anfahrt der Polizisten zur Adresse in Arizona wurde ihnen per Funk aus dem örtlichen Sheriff-Büro mitgeteilt, dass es sich möglicherweise um einen Swatting-Anruf handle. Dennoch schlug gegen 6.00 Uhr früh ein Beamter mit einer Schaufel ein Fenster ein, um in Axeels Haus zu gelangen.
Melendez hielt das für einen Einbruch und griff zu seiner Pistole, die er legal besaß. Bodycam-Aufnahmen zeigen ihn mit einer Schusswaffe in der Hand hinter der Tür. Als die Beamten ihn so sahen, eröffneten sie das Feuer.
Acht Schüsse wurden auf den heute 24-Jährigen abgefeuert – zwei trafen ihn. Er erlitt schwere Verletzungen an Bein, Rippen und Rückenmark. Statt Erste Hilfe zu leisten, legten ihm zwei Polizisten Handschellen an.
Laut seinen Anwälten ist er seither dauerhaft gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Der Anrufer konnte bis heute nicht ausgeforscht werden.
Melendez fordert nun Schadensersatz in Höhe von 176 Millionen Dollar (151 Millionen Euro). Die Polizei äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen und verweist auf das laufende Verfahren.