Giftgas-Tragödie: "Wir stehen alle unter Schock"

Der Bürgermeister von Lasberg Josef Brandstätter
Der Bürgermeister von Lasberg Josef Brandstätterheute.at
Nach dem Kohlenmonoxid-Drama von Lasberg trauert die ganze Gemeinde. Viele haben schon Hilfe angeboten.

Der Morgennebel in Lasberg (Bez. Freistadt) lichtet sich am Dienstag nur langsam, doch die Sonne kämpft sich am Ende  durch. Freuen kann sich in der 3.000-Seelen-Gemeinde darüber niemand.

Zu schwer lastet die Tragödie vom Montag auf den Menschen. Nur wenige sind unterwegs, meist mit gesenktem Kopf. Reden will hier niemand.

Kein Wunder. In der Früh wurde bekannt, dass zwei kleine Kinder aus dem Ort gestorben sind, bei einem schrecklichen Drama, nur zwei Kilometer vom Ortszentrum entfernt auf einem kleinen Bauernhof.

Die Brüder Matthias (5) und Johannes (2) haben eine Kohlenmonoxid-Vergiftung (wir berichteten) nicht überlebt. Die Mutter (32), kämpft in einer Spezialklinik in Regensburg (D) um ihr Leben.

Der Familienvater hatte Montagfrüh ein Notstromaggregat eingeschaltet, weil es wegen der Unwetter in der Nach keinen Strom gab. Ein Nachbar tankte das Gerät drei Stunden später auf. Doch der Raum, in dem das Gerät stand, wurde nicht ausreichend gelüftet.

Giftiges Gas eingeatmet

Das giftige und geruchslose Kohlenmonoxid konnte nicht entweichen. Als die Mutter und die beiden Kinder wenig später in den Raum gingen atmeten sie das Gift ein und verloren vermutlich auf der Stelle das Bewusstsein. Die Oma der Kinder schlug wenig später Alarm.

Die beiden Kinder und die Mutter wurden von Verwandten ins Freie gebracht und schließlich in die Spezialkliniken geflogen. In der Nacht auf Dienstag starben die beiden Kinder in Graz an ihren schweren Vergiftungen.

"Wir stehen alle unter Schock", sagt eine sichtlich mitgenommener Bürgermeister Josef Brandstätter vor Ort im Gespräch mit "Heute". 

Schon zweiter Schicksalsschlag

"Auch ich kenne die junge Familie. Die Mutter ist zugezogen, die Familie des Vaters lebt schon lange in Lasberg", so der Bürgermeister. Über eine Verwandte hält der Ortschef Kontakt mit der Familie. "Sie wissen, dass sie alle Hilfe bekommen, die sie benötigen. Aber es ist noch alles sehr frisch", so Brandstätter. Die Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger von Lasberg ist groß. Vor dem Haus der Familie stehen immer wieder Menschen, weinen und trauern.

Tragisches Detail: Der Vater der Kinder, Christian T. (36), musste schon vor rund 25 Jahren einen schlimmen Verlust hinnehmen. Sein Vater kam in jungen Jahren bei einem schrecklichen Unfall ums Leben. Nun hat der junge Mann auch seine beiden Kinder verloren.

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