Bevor Anna Gasser und Benjamin Karl das österreichische Olympia-Aufgebot am 6. Februar in Cortina d'Ampezzo als Fahnenträger anführen werden, verabschiedete am Mittwoch Bundespräsident Alexander Van der Bellen das rot-weiß-rote Aufgebot in der Wiener Hofburg.
Alexander Van der Bellens Rede an die heimischen Sport-Stars im Wortlaut:
"Willkommen in der Hofburg Herr Präsident Nussbaumer, alle Trainer und BetreuerInnen und natürlich herzlich willkommen alle Athletinnen und Athleten des Olympic Team Austria. Sie stehen heute im Mittelpunkt. Sie werden sich in den kommenden Wochen bei jedem Bewerb stark fordern und versuchen, die vielen Stunden an Training und Vorbereitung umzusetzen. Ich will mir gar nicht vorstellen, auf wie viel Sie verzichten mussten während dieser Zeit."
"Hinter Ihnen liegen Jahre, teilweise Jahrzehnte, in denen Sie sich auf dieses Ereignis vorbereitet haben. Das war sicher schon ein bisserl zach. Verletzungen kommen vor, Hürden tun sich manchmal auf. Statt jugendlichem Leichtsinn ist oft das harte Training am Tagesplan. Mir ringt das höchsten Respekt ab. Sie haben es bis hierher geschafft, sehen Sie sich um: Die harte Arbeit hat sich schon ausgezahlt. Sie nehmen an Olympischen Spielen teil. Einige von Ihnen schon zum wiederholten Male. Genießen Sie dieses Gefühl, lassen Sie den Stolz zu. Solche Momente sind flüchtig. Wir tun gut daran, sie nicht zu verpassen."
"Nächste Woche messen Sie sich mit anderen OlympiateilnehmerInnen. Ein Wettbewerb im besten Sinne, eine schöne Tradition – und obendrein, nicht zu vergessen: eine europäische Erfindung, auf die wir stolz sein können. Die Olympische Idee verliert nicht an Reiz, viel mehr gewinnt sie an Relevanz. Dieses Messen im Miteinander, ein respektvoller Wettbewerb und ein echtes Fairplay. Dieser Gedanke hinter den Olympischen Spielen ist sehr alt. Gleichzeitig könnte er kaum aktueller sein. Die Menschen auf der Welt friedlich zusammenzubringen, unabhängig davon, woher sie kommen, welche Sprache sie sprechen, woran sie glauben, wie sie leben – was für ein großer und wichtiger Gedanke. Wenn wir beim Kräftemessen selbst im direkten Gegeneinander ein Miteinander finden können, dann können wir es überall auch außerhalb des Sports finden. Sie verkörpern diesen Olympischen Gedanken, Sie zeigen, wie man fair und offen bleibt, wie man gemeinsame Regeln beachtet, wie man respektvoll miteinander umgeht und einander auf Augenhöhe begegnet. Egal, welche Flagge man selbst trägt. Dieser große Gedanke steckt oft in den kleinen Gesten. Ein freundlicher Handschlag, einem Lächeln oder zuwinken, wenn man sich mal geschlagen geben musste. Oder natürlich im Mitfreuen im eigenen Team. Da sind Sie uns allen Vorbilder. Ich sage das mit dem gebührenden Pathos. Vorbilder im Sport, Vorbilder als Menschen, Vorbilder als Gemeinschaft."
"Liebe Athletinnen und Athleten: Die ganze Welt wird zuschauen, wenn Sie in Italien auf Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus vielen Ländern dieser Welt treffen. Wir werden mitfiebern. Ich wünsche Ihnen viel Glück – braucht man auch – und Stockerlplätze, wo es halt geht. Aber ich lege da keinen großen Wert darauf. Weil eigentlich haben Sie es schon geschafft, durch Ihre Teilnahme an Olympischen Spielen. Das ist schon eine besondere Leistung, die nicht genug gewürdigt werden kann. Aber Sie werden Erfolg haben, da bin ich mir sicher. Ich wünsche Ihnen eine unvergessliche Zeit. Bleiben Sie verletzungsfrei. Kommen Sie gesund und heil und wohlbehalten wieder zurück nach Österreich. Toi, toi, toi. Dankeschön!"
Stellvertretend für das Team sprachen Langlauf-Star Teresa Stadlober und Snowboarder Alessandro Hämmerle in der Hofburg.
Stadlober: "Wir geloben, an diesen Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina teilzunehmen, und die Regeln zu respektieren und einzuhalten. Im Geiste der Inklusion und der Gleichberechtigung. Gemeinsam stehen wir solidarisch und verpflichten uns für einen Sport ohne Doping, ohne Betrug, ohne jegliche Form von Diskriminierung.
Hämmerle: "Wir tun dies für die Ehre unseres Olympic Team Austria. In Respekt vor den Grundprinzipien des Olympischen Geistes und um die Welt durch Sport zu einem besseren Ort zu machen."
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