Der heurige Sommer hat viele Gärten schwer getroffen: verdorrter Rasen, braune Hortensien-Blüten und sogar abgestorbene Thujen bestimmen das Bild. Viele Hobbygärtner fragen sich nun, ob es überhaupt noch Hoffnung für ihre grünen Oasen gibt.
Angelika Ertl, bekannte Gartenexpertin aus der Steiermark, rät entschieden davon ab, radikale Maßnahmen wie Ausreißen, Zuschütten oder gar das Überbetonieren der betroffenen Flächen zu ergreifen. "Nein, auf keinen Fall", betont sie gegenüber der "Kronen Zeitung".
Sie empfiehlt stattdessen, zunächst Ruhe zu bewahren. "Vieles erholt sich, sogar von selbst." Gerade beim Rasen sei der braune Zustand noch kein Todesurteil. In heißen, trockenen Phasen ziehe sich die Wiese zurück. Wenn wieder Feuchtigkeit kommt, könne sie in wenigen Wochen erneut grün werden.
Düngen sei dagegen keine gute Idee. Ertl wird hier besonders klar: "Keinesfalls. Das wäre der größte Fehler." Scheint die Sonne auf den Dünger, könne das zusätzlich verbrennen.
Ob eine Pflanze noch lebt, zeigt laut der Expertin eine einfache Probe: ein Stück Stamm mit der Schere abschneiden oder mit dem Fingernagel anritzen. Ist es darunter grün, lebt die Pflanze noch. Ist es braun, sei die Hoffnung dahin.
Bei Hortensien empfiehlt Ertl ebenfalls Zurückhaltung. Nicht sofort alles wegschneiden, sondern bis zum Herbst warten. Dann könne der passende Schnitt erfolgen. Bei Bauernhortensien werde nur die Blüte entfernt, bei Schneeballhortensien könne später stärker zurückgeschnitten werden.
Auch beim Gießen passieren laut Ertl viele Fehler. Nicht zu Mittag wässern, Paradeiser nicht von oben über Blätter und Früchte gießen. Entscheidend sei Wasser direkt an den Wurzeln – am besten frühmorgens. Lieber seltener, dafür gründlich einwässern. Abends zu gießen, könne Rote Nacktschnecken anlocken.
Wichtig sei außerdem Mulchen: Rasenschnitt, Holzhäcksel oder Vlies schützen den Boden vor dem Austrocknen und speichern Feuchtigkeit. Bei Balkonpflanzen gilt: nicht vorschnell wegwerfen. Gerade Topfpflanzen leiden stark, weil Hitze von oben, unten und den Seiten wirkt. Auch hier hilft zuerst die Nagelprobe.