Die aktuelle Hitzewelle setzt nicht nur uns Menschen, sondern auch den Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon stark zu. Fehlender Regen und hohe Temperaturen führen dazu, dass viele Gewächse besondere Pflege benötigen.
Mehrere Gemeinden reagieren bereits mit Einschränkungen beim Wasserverbrauch und rufen die Bevölkerung zum Sparen auf. Wer weiterhin gießen darf, sollte dabei gezielt und effizient vorgehen, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen, berichtet 20min.ch.
Vor allem Topfpflanzen auf Balkonen trocknen schneller aus als jene im Gartenboden. Insbesondere kleinere Töpfe sind bei starker Sonneneinstrahlung gefährdet und müssen oft sogar zweimal täglich gegossen werden.
Um festzustellen, ob Gießen nötig ist, reicht meist der Finger-Test: Wenn die Erde zwei bis drei Zentimeter unter der Oberfläche trocken ist, sollte langsam und direkt auf die Erde gegossen werden, bis das Wasser unten austritt. Pflanzen, die bereits schlaffe Blätter zeigen, dürfen auch zwischendurch gegossen werden und sollten nicht bis zum nächsten Morgen warten müssen.
Empfindliche Balkonpflanzen können vorübergehend aus der prallen Sonne genommen oder enger zusammengestellt werden, damit sie sich gegenseitig beschatten. Automatische Bewässerungssysteme sind eine hilfreiche Unterstützung.
Bei Blumen- und Gemüsebeeten empfiehlt es sich, seltener, aber gründlich zu gießen. Das Wasser sollte bis zu 15 Zentimeter tief in den Boden eindringen und möglichst die Erde, nicht die Blätter, befeuchten. Wassertropfen auf Blättern können bei starker Sonne zu Verbrennungen führen.
Frisch gepflanzte Bäume, Sträucher, Jungpflanzen und Gemüse brauchen besonders viel Aufmerksamkeit. Ältere Gehölze kommen hingegen meist längere Zeit ohne zusätzliches Wasser aus. Eine Mulchschicht aus Kompost oder Rasenschnitt schützt die Feuchtigkeit im Boden und die Wurzeln vor Hitze.
Ein brauner Rasen bedeutet nicht, dass er abgestorben ist. Bei gut eingewachsenen Flächen überleben die Wurzeln auch längere Trockenperioden und treiben nach Regen wieder aus. Nur frisch gesäte oder neu verlegte Rasenflächen sollten intensiv bewässert werden.
Längere Grashalme schützen den Boden vor Austrocknung, daher sollte man das Mähen bei Hitze reduzieren. Auf Düngen, Vertikutieren oder Reparaturen verzichtest du am besten bis zur nächsten feuchten Periode – diese Maßnahmen schaden dem Rasen bei Trockenheit mehr, als sie nützen.
Wenn Wasser knapp wird, lohnt es sich, die empfindlichsten Pflanzen zuerst zu gießen: Balkon- und Topfpflanzen, frisch gesetzte Bäume und Sträucher sowie Gemüse und Pflanzen mit Früchten haben Vorrang. Regenwasser eignet sich besonders gut fürs Gießen.
Lokale Vorschriften und Sparappelle sind zu beachten – bei großer Trockenheit können Gemeinden das Bewässern von Gärten und Rasenflächen einschränken.