Gasexplosionshaus Preßgasse: Neubau startet

So wird der neue Gemeindebau Preßgasse aussehen.
So wird der neue Gemeindebau Preßgasse aussehen.Telegram71
Nach einer Gasexplosion 2019 stürzte der Gemeindebau Preßgasse teilweise ein. Nun startet der Neubau, die Mehrheit der Mieter will 2023 zurückkehren.

Ende Juni 2019 ereignete sich im Gemeindebau Ecke Preßgasse/Schäffergasse in der Wieden eine verheerende Gasexplosion. Zwei Todesopfer und mehrere Schwerverletzte waren zu beklagen, die Beschädigungen am Gebäude waren so groß, dass nur noch Abriss und Neubau in Frage kamen. Schon bald nach der verheerenden Explosion war klar: es war Absicht, ein Mieter hatte bewusst eine Gasleitung manipuliert.

Klimawirksam und nachhaltig

Nun – rund zwei Jahre nach dem Unglück – startet in der Preßgasse der Bau einer neuen städtischen Wohnhausanlage. Der wiedererrichtete Gemeindebau wird hinsichtlich des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit einiges zu bieten haben: Im Mittelpunkt des Neubaus steht eine vertikale Fassadenbegrünung, die vollautomatisch bewässert wird.

Das gesamte Gebäude ist im Niedrigenergiehausstandard ausgeführt. Die Heizung und die Warmwasseraufbereitung werden mittels Luft-Wärmepumpe erreicht. Photovoltaikanlagen auf der Dachfläche und ein Solespeicher unter der Bodenplatte erhöhen die Energieeffizienz der Anlage. Diese versorgen neben der zentralen Warmwasseraufbereitung auch die Fußbodenheizung und Temperierung in den Wohnungen.

Mehrheit der früheren MieterInnen will zurückkehren

Nach der Gasexplosion mussten sich die Mieter um andere Wohngelegenheiten umschauen, die Stadt half mit Ersatzquartieren. Dass die Mieter bald in "ihren" Gemeindebau zurückkehren können, freut Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) besonders. "Allen ehemaligen Mieterinnen und Mietern, die zurückkehren wollen, wird ein sehr schönes und modernes neues Zuhause zur Verfügung stehen. Sie erhalten selbstverständlich ihre früheren Mietverträge", betont Gaal.

Bis Ende 2023 soll der neue Gemeindebau in der Preßgasse und seine 33 Wohnungen fertiggestellt sein. Dass die Mehrheit der ursprünglichen Mieter zurückkehren wollen, freut (v.l.n.r.:) Bezirkschefin Lea Halbwidl (SPÖ), Wiener Wohnen Baumanager Thomas Schuster, Wiener Wohnen Vizedirektorin Michaela Bankel und Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) sehr.
Bis Ende 2023 soll der neue Gemeindebau in der Preßgasse und seine 33 Wohnungen fertiggestellt sein. Dass die Mehrheit der ursprünglichen Mieter zurückkehren wollen, freut (v.l.n.r.:) Bezirkschefin Lea Halbwidl (SPÖ), Wiener Wohnen Baumanager Thomas Schuster, Wiener Wohnen Vizedirektorin Michaela Bankel und Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) sehr.PID/Martin Votava

Wie Wiener Wohnen Vizedirektorin Michaela Bankel erklärt, will die Mehrheit der früheren Bewohnerinnen und Bewohner tatsächlich zurückkehren. "Das freut uns, denn es erwarten die Mieterinnen und Mieter 33 hochwertig ausgeführte, barrierefreie Wohnungen, die alle über Freiflächen verfügen. Zurückgesetzte Balkone und Außenjalousien sorgen für die bauseitige Beschattung", so Bankel. Auf insgesamt acht Geschoßen gibt es eine Gesamtwohnfläche von knapp 2.000 m².

Wien Work-Konditorei im Erdgeschoß, urbanes Garteln im Innenhof

Erfreut über den Neubau zeigt sich auch Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl (SPÖ). Sie verweist auf einen neuen Ort der Begegnung in der Erdgeschoßzone: Hier ist eine Konditorei von Wien Work geplant, im ruhigen Innenhof wird es einen Kinderspielplatz, Sitzgelegenheiten sowie Hochbeete zum gemeinsamen Garteln geben. 

Eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 20 KFZ-Stellplätzen sowie Abstellplätze für Kinderwägen, Fahrräder und Gehhilfen sind ebenso vorgesehen. Die Fertigstellung der Wohnhausanlage mit 33 topmodernen Wohnungen ist im dritten Quartal 2023 geplant. Die Gesamtbaukosten betragen rund 8,6 Mio. Euro, die Fördermittel voraussichtlich rund 2,5 Mio. Euro.

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