Gastro-Schülerin wird mit 200 € für 4 Monate abgespeist

Die junge Schülerin musste vier Monate im Lokal arbeiten, ihr Chef fand 200 Euro Lohn "fair".
Die junge Schülerin musste vier Monate im Lokal arbeiten, ihr Chef fand 200 Euro Lohn "fair".Bild: iStock
Für ihr Praktikum in einem Lokal verdiente eine 17-Jährige nur 50 Euro pro Monat. Laut Chef ein "fairer Lohn". Sie klagte, jetzt muss er draufzahlen.

Kein Genuss: Ihr verpflichtendes Praktikum absolvierte Gastro-Schülerin Tina B. vor Kurzem in einem bekannten Salzburger Lokal. Dort schuftete die 17-Jährige ganze vier Monate zur vollen Zufriedenheit von Kundschaft und Kolleg:innen in der Küche, half auch beim Servieren der delikaten Speisen. Doch als sie ihren Chef am Ende des Praktikums nach ihrer Bezahlung fragte, musste Tina einen gehörigen Schock verkraften.

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Ihr Chef wollte die junge Frau mit einem Mini-Lohn abspeisen, überwies ihr nur dürftige 200 Euro für vier Monate harte Arbeit auf ihr Konto. Das stieß der Schülerin sauer auf: Sofort wandte sie sich an die Jugend- und Lehrlingsberatung der Arbeiterkammer Salzburg. Als diese bei ihrem Chef anklopfte, weigerte der sich, auch nur einen Cent mehr zu bezahlen.

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Der Unternehmer verteidigte sich und behauptete, die Bezahlung der Schülerin sei "fair". Dem widersprach die AK vehement. Denn: Für die Bezahlung von Pflichtpraktika in der Gastronomie steht Lohn in Höhe der Lehrlingsentschädigung zu. Als der Mann dann immer noch nicht zahlen wollte, wurde er von der AK geklagt – Tina B. bekam Recht.

Nach einem kurzem Prozess darf sie sich nun nachträglich über 3.400 Euro freuen. Gute Werbung für eine kulinarische Karriere war dieses Berufspraktikum für die 17-Jährige allerdings eher nicht.

Wie kürzlich herauskam, hat das Gastgewerbe hat eine traurige Spitzenposition in der Rechtsberatung der Arbeiterkammer inne. "Die Beschäftigten, die den Weg zu uns in die Beratung finden, zeigen, dass es sich bei den zahlreichen geschilderten Arbeitsrechtsverletzungen um keine Einzelfälle handelt, sondern dass die Probleme symptomatisch für die Branche sind", so Bianca Schrittwieser von der AK, die nicht will, dass die Missstände der Restaurant-Branche unter den Tisch fallen.

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