Zwischen Israel und der Hamas gibt es weiter Streit über die Zukunft des Gazastreifens. Nun versucht US-Unterhändler Jared Kushner, Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zu bringen: In Ägypten führte er Gespräche mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi und einer Hamas-Delegation, anschließend reiste er nach Israel weiter.
Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump traf al-Sisi am Sonntag in El Alamein. An den Gesprächen nahmen auch Ägyptens Außenminister Badr Abdel-Atti und Geheimdienstchef Hassan Rashad teil.
Aus Kreisen der Hamas hieß es, dass Kushner in Ägypten auch mit einer Delegation der islamistischen Terrororganisation zusammentreffen werde. Vermittelt worden sei das Treffen vom ägyptischen Geheimdienst.
Nach seinem Aufenthalt in Ägypten reiste Kushner Medienberichten zufolge nach Israel. Dort waren weitere Gespräche geplant, unter anderem mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.
Der israelische Regierungschef hatte erst vor einer Woche deutlich gemacht, dass er den Fahrplan des sogenannten "Board of Peace" für den weitgehend zerstörten Gazastreifen in der vorliegenden Form ablehnt.
"Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist", sagte Netanyahu. Gleichzeitig bekräftigte er seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates.
Hamas-Funktionär Bassem Naim erklärte hingegen, seine Organisation halte weiterhin am Gaza-Fahrplan fest.
Nach Angaben eines hochrangigen israelischen Regierungsvertreters bereitet Israel insbesondere eine Forderung Washingtons Sorgen: Die USA wollen demnach, dass gezielte Tötungen von Hamas-Mitgliedern beendet werden.
Der Plan von Donald Trump sieht ein sofortiges Ende der militärischen Operationen im Gazastreifen vor. Die Hamas soll ihre Waffen abgeben, während sich die israelischen Streitkräfte zurückziehen. Der Wiederaufbau des Gebiets soll unter einer neuen zivilen palästinensischen Verwaltung erfolgen.
Der Fahrplan sieht zudem eine palästinensische Übergangsverwaltung vor, die bei Verwaltung und Sicherheit von einer internationalen Stabilisierungstruppe unterstützt werden soll.
Der israelische Rückzug soll erst nach einer schrittweisen und international überprüften Entwaffnung der Hamas erfolgen – "Schritt für Schritt, in Phasen, letztendlich bis zum Gaza-Grenzzaun", sagte Mladenow.
Trump hatte im vergangenen Monat von einem Durchbruch gesprochen und erklärt, beide Seiten hätten seinem Plan zugestimmt. Die Hamas wiederum teilte mit, sie habe zugestimmt, um eine Fortsetzung des Krieges zu verhindern. Die Umsetzung sei jedoch davon abhängig, dass auch Israel seine Zusagen erfülle.
Parallel zu den diplomatischen Gesprächen setzte Israel seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Nach Angaben aus medizinischen Kreisen wurden am Sonntag bei Angriffen in Khan Younis und im Flüchtlingslager Nuseirat mehrere Menschen verletzt.
Zuvor hatte sich Hamas-Führer Khalil al-Hayya in Kairo mit Ägyptens Geheimdienstchef Hassan Rashad getroffen. Laut einem Hamas-Sprecher wollte al-Hayya die Vermittler über angebliche israelische Verstöße gegen die Waffenruhe informieren.
Ein im vergangenen Herbst vereinbarter Waffenstillstand hatte die schweren Kämpfe des im Oktober 2023 begonnenen zweijährigen Krieges weitgehend beendet. Zuletzt nahm die Gewalt jedoch wieder zu.
Nach palästinensischen Angaben wurden seitdem mehr als 1.250 Menschen im Gazastreifen durch israelischen Beschuss getötet. Auf israelischer Seite kamen im selben Zeitraum vier Soldaten ums Leben.