Nach Covid und Grippe

Gefährliches Virus breitet sich jetzt in Österreich aus

Die Corona-Zahlen gehen weiter zurück. Doch die Influenzavirusaktivität nimmt weiter zu. Hinzu kommt jetzt auch das gefährliche RS-Virus.

Heute Life
Gefährliches Virus breitet sich jetzt in Österreich aus
Jedes Jahr sterben Kinder unter zwei Jahren am Respiratory Syncytial Virus.
Christoph Soeder / dpa / picturedesk.com

Innerhalb einer Woche hat sich die Zahl der Corona-Infizierten mehr als halbiert. Das geht aus der aktuellen Erhebung der Österreichischen Gesundheitskasse hervor. Zusätzlich zeigt das Abwassermonitoring eine Kurve, die steil nach unten zeigt - die Coronavirus-Last geht also eindeutig zurück. Stattdessen hat mittlerweile die Grippewelle Österreich mit voller Wucht erwischt. 

Die Krankenstände aufgrund der Influenza haben sich verdoppelt: 4.322 Versicherte sind demnach in der vergangenen Woche wegen der echten Grippe zu Hause geblieben. Sieben Tage davor waren es noch 2.119 offizielle Fälle. Dieses Bild zeichnet sich auch im Sentinelsystem der MedUni Wien ab. Das Influenzavirus deutlich die Oberhand gewonnen: "Die Influenzaaktivität steigt wie erwartet weiter an: 76 Influenza-positive von 300 Sentinelproben", schreibt Virologin Judith Aberle von der MedUni Wien auf X (vormals Twitter).

Im Rahmen des Sentinelsystems werden Proben infektiöser Personen am Zentrum für Virologie analysiert und auf Influenza, RSV-Infekte oder Sars-Cov2 hin ausgewertet

Mehr RSV- als Corona-Fälle

Mit 25 Prozent steht die echte Grippe derzeit an erster Stelle, der am häufigsten nachgewiesenen Viren in den Sentinelproben. Den zweiten Platz belegte vor wenigen Tagen noch das Coronavirus, doch hier hat ein anderes gefährliches Virus übernommen: "Die RSV-Fälle steigen an." Das Respiratorische Synzytial-Virus wurde in 12 Prozent der Proben nachgewiesen, Sars-Cov-2 hingegen nur noch in 8 Prozent.

Epidemie in Österreich

"In Bezug auf das Respiratory Syncytial Virus sprechen wir bereits seit Wochen von einer Epidemie", erklärt Virologin Monika Reldberger-Fritz von der MedUni Wien gegenüber "Heute". Wann diese vorbei sein würde, lasse sich jedoch noch nicht sagen. "Jetzt steigen die Zahlen in den nächsten Wochen erst einmal an."

Besonders gefährlich ist das Virus für Kinder unter zwei Jahren, Frühgeborene, Kinder mit Herzfehlern oder chronischen Lungenerkrankungen.

Atemnot, Todesfälle

In Folge der Atemwegserkrankung kann es bei Säuglingen und Kleinkindern zu Bronchiolitis und Atemnot kommen. In einigen Fällen ist eine künstliche Beatmung notwendig. Seit Anfang des Jahres wurden 200 Kinder unter 4 Jahren aufgrund einer RSV-Infektion in österreichische Spitäler eingewiesen. "Die Kinder von der intensivmedizinischen Beatmung wieder wegzubekommen, ist dabei besonders schwierig", so der Wiener Kinderarzt Peter Voitl, ÖÄK-Bundesfachgruppenobmann für Kinderheilkunde, im "Heute"-Gespräch. "Jedes Jahr kommt es zu Todesfällen."

Jedes Jahr kommt es zu Todesfällen.
Peter Voitl
Kinderarzt

Im Gegensatz zum Influenza- und Coronavirus gibt es gegen RSV keine Impfung. Besonders hoch ist die RSV-Aktivität derzeit in Wien und Niederösterreich.

red
Akt.