In der Justizvollzugsanstalt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen ist ein handfester Skandal aufgeflogen. Mitten in einer laufenden Schmiergeldaffäre wurde bekannt, dass zwei elektronische Generalschlüssel des Gefängnisses spurlos verschwunden sind.
Mit den abhandengekommenen Transpondern lassen sich sämtliche Türen der Haftanstalt öffnen. Unbekannte hatten die Geräte manipuliert und das Innenleben gegen andere Teile ausgetauscht.
Wie n-tv.de berichtet, hat NRW-Justizminister Benjamin Limbach von den Grünen den Vorgang im vertraulichen Teil einer Sondersitzung des Rechtsausschusses dargelegt. Aufgefallen waren zunächst Unregelmäßigkeiten an der Schließanlage.
Es stellte sich heraus, dass ein Schloss mit einem Feuerwehr-Transponder geöffnet worden war. Dieser hätte eigentlich mit weiteren Exemplaren in einem verschlossenen Koffer für den Notfall aufbewahrt bleiben sollen.
Bei der Untersuchung aller Transponder in dem Koffer kam dann das volle Ausmaß ans Licht: Bei zwei Geräten war das Original-Innenleben verschwunden und gegen anderes Material ersetzt worden. Wo sich die Original-Transponder jetzt befinden, ist völlig unklar.
Ob der Diebstahl mit den Bestechungsvorwürfen gegen acht Bedienstete der JVA zusammenhängt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Gefängnismitarbeiter stehen im Verdacht, für das Gewähren von Hafterleichterungen Vorteile angenommen zu haben.
Zudem wird gegen drei ehemals in Euskirchen inhaftierte Männer ermittelt. Der Fall wirft schwerwiegende Fragen zur Sicherheit in deutschen Gefängnissen auf.