Ein brisanter Fall rund um einen Tiroler Polizisten landet nun vor Gericht. Nach monatelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft einen Strafantrag eingebracht.
Der Vorfall ereignete sich bereits im September 2025 im Landeskriminalamt Innsbruck. Im Zentrum steht ein Beamter, der laut Ermittlungen ausgerechnet an seinem Arbeitsplatz beschlagnahmte Drogen entwendet haben soll. Der Verdacht kam auf, weil der Polizist aus einem Büro eines Vorgesetzten kam, in dem er sich eigentlich nicht aufhalten durfte. Dort dürfte er fündig geworden sein – Kollegen stellten bei ihm Kokain sicher – "Heute" berichtete.
Wie sich in den weiteren Ermittlungen zeigte, soll das Suchtgift aus einem versperrten Asservatenschrank stammen. Dabei handelte es sich um Beweismittel aus einem früheren Polizeieinsatz. Der Beamte habe den Diebstahl laut Ermittlungen gestanden und als Eigenbedarf begründet.
Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde der Polizist vom Dienst suspendiert. Die Ermittlungen übernahmen aus Befangenheitsgründen nicht Tiroler Behörden, sondern Kollegen aus Vorarlberg. Auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch führte das Verfahren.
Nun ist dieses abgeschlossen. "Der Strafantrag wurde eingebracht", bestätigte Sprecherin Karin Dragosits. Konkret werden dem Beschuldigten mehrere Delikte vorgeworfen. "Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, einen Diebstahl durch Einbruch begangen zu haben", so Dragosits. Der Verdacht: Der Beamte soll sich einen Schlüssel verschafft haben, um den verschlossenen Asservatenschrank zu öffnen.
Insgesamt geht es um 42 Gramm Kokain mit einem geschätzten Schwarzmarktwert von rund 3.200 Euro. Um an die Drogen zu gelangen, soll zudem ein versiegelter Behälter aufgebrochen worden sein. Daher "wird dem Beschuldigten auch Siegelbruch vorgeworfen", erklärt die Staatsanwaltschaft.
Zusätzlich muss sich der Polizist wegen möglicher Ausnutzung seiner Amtsstellung verantworten, da die Tat im beruflichen Umfeld erfolgt sein soll.
Für den suspendierten Beamten gilt die Unschuldsvermutung.