Eltern kassieren weiter ab

Seit 2014 im Ausland – Mega-Betrug bei Familienbeihilfe

Obwohl die Familie seit 10 Jahren in der Türkei lebt, bezogen die Eltern weiter Geld aus Österreich. Vor Gericht gab es eine kuriose Begründung.
Newsdesk Heute
20.03.2026, 22:26
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50.000 Euro sind in der Türkei viel Geld. Noch etwas mehr, genau 52.548 Euro, bezogen die Eltern über den Zeitraum von zehn Jahren an Familienbeihilfe für ihre Kinder (17, 19). Nur: Die Familie zog schon 2014 aus Tirol in die Türkei zurück – und bejahten danach den Beihilfeanspruch einfach stets weiter.

Nun kamen die Behörden dem Treiben dahinter. Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, kam es am Donnerstag zum Prozess. Die Anklage lautete auf schweren Betrug: Beide Eltern hätten die gesetzliche Verpflichtung missachtet, Veränderungen der Lebensverhältnisse – insbesondere einen Umzug ins Ausland – zu melden. Nur deswegen zahlte die Republik Monat für Monat weiter.

Verteidiger: Migranten verstehen Gesetze nicht

Der Verteidiger des 54-jährigen Familienoberhaupts argumentierte, dass das Verstehen gesetzlicher Regelungen für Migranten nicht immer einfach sei, so die TT. Untermauern wollte er das mit einem Dolmetscher, der für den Unternehmer bestellt wurde. "Oder verstehen Sie alle Regelungen der Arbeitnehmerveranlagung?", fragte er süffisant in Richtung der Schöffen.

Diese ließen sich davon wenig beeindrucken. Es setzte eine zur Hälfte bedingte Geldstrafe über 1.440 Euro sowie eine Rückzahlung der zu Unrecht bezogenen Beihilfe (ohne Zinsen). Die 49.339,10 Euro stottert der Unternehmer nun in 59 Raten zu je 822 Euro ab.

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