Ein Unfall in der Schule landete vor Gericht: Ein Schüler der HTL Villach hatte sich beim Tragen einer Pinnwand den linken Zeigefinger schwer eingeklemmt. Der Vorfall passierte während eines Schulumzugs. Die Verletzung war so schwer, dass der junge Mann später von bleibenden Folgen sprach und sich zu dem Schritt entschloss, rechtlich gegen den Staat vorzugehen.
Nach der Matura zog der Bursche schließlich vor Gericht – und zwar gegen die Republik. Seine Forderung: 11.120 Euro Schmerzensgeld sowie die Haftung für alle möglichen Folgeschäden. Für ihn war klar, dass jemand für den Unfall Verantwortung tragen müsse, weshalb er den Rechtsweg einschlug – berichtet die "Kleine Zeitung".
Im Verfahren ging es vor allem um die zentrale Frage, ob Lehrer ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Mehrere Zeugen, darunter Lehrer, Schüler und weitere Beteiligte, mussten am Landesgericht Klagenfurt aussagen und den Unfallhergang schildern. Dabei wurde genau geprüft, ob es Versäumnisse seitens der Schule gab.
Die Entscheidung fiel am Ende klar aus: Das Gericht sah keine vorsätzliche Verletzung der Aufsichtspflicht. Damit haftet die Republik nicht für den Unfall des Schülers, die Klage wurde vollständig abgewiesen. Für den Kläger bedeutet das, dass er kein Geld erhält.
Vertreten wurde die Republik in dem Verfahren von der Finanzprokuratur. Deren Präsident Wolfgang Peschorn betonte trotz des juristischen Erfolgs: Die Verletzung sei keineswegs eine Kleinigkeit, sondern schwerwiegend. Der junge Mann habe mit dauerhaften Folgen zu kämpfen, der Fall sei daher als tragisch einzustufen.
In sozialen Netzwerken sorgt der Prozess dennoch für Aufsehen. Viele Nutzer machen sich über die Klage lustig und stellen den Schritt des Schülers infrage. Laut Finanzprokuratur ist dieser Spott jedoch unangebracht, da die gesundheitlichen Folgen des Unfalls nicht unterschätzt werden dürfen.
Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig, der Schüler hat die Entscheidung des Gerichts akzeptiert. Damit ist der Fall auch für die Finanzprokuratur abgeschlossen. Weder die Schule selbst noch die zuständige Bildungsdirektion wollten den Prozess öffentlich kommentieren. Vor Gericht ging er leer aus – die Folgen des folgenschweren Unfalls wird er aber weiter spüren.