Mitarbeiter schlagen Alarm

Vorwürfe gegen Spital – Schmerzmittel statt Operation

Im Krankenhaus Lienz sorgen schwere Vorwürfe aus der Belegschaft für Aufregung. Es geht um Fehler und Personalmangel.
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20.03.2026, 12:21
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Im Bezirkskrankenhaus Lienz brodelt es: In einem Schreiben aus der Belegschaft werden teils schwere Vorwürfe erhoben, das berichtet der ORF. Die Verfasser wollen anonym bleiben - aus Angst um ihren Job, wie sie sagen.

Im Zentrum stehen mögliche Behandlungsfehler. So wird etwa der Fall einer älteren Frau geschildert, die nach einem Sturz mit Schmerzmitteln nach Hause geschickt worden sei. Weil die Schmerzen nicht besser wurden, habe sie sich in Innsbruck untersuchen lassen. Dort sei schließlich ein Wirbelbruch festgestellt und die Frau operiert worden.

Auch bei anderen Patienten sollen Verletzungen wie Bänderrisse oder notwendige Operationen nicht erkannt worden sein, heißt es in dem Schreiben, das dem ORF vorliegt.

Spital prüft, aber nur wenn...

Das Krankenhaus weist die Vorwürfe klar zurück. Man sei bereit, die Anschuldigungen zu prüfen - allerdings nur, wenn die Verfasser ihre Anonymität aufgeben. Obmann Bernhard Zanon spricht gegenüber dem ORF von "unqualifizierten Einzelanschuldigungen", die man "entschieden zurückweise. Gleichzeitig räumt er ein, dass Fehler grundsätzlich passieren können. Aktuell seien der Führung aber „keine besonderen Vorkommnisse" bekannt.

Neben möglichen Behandlungsfehlern wird auch Personalmangel kritisiert. Laut Schreiben seien diese Probleme Alltag und hätten negative Auswirkungen auf die Patientensicherheit und die Qualität der Versorgung.

Zanon spricht hingegen von "vereinzeltem Personalmangel". Grund dafür seien Engpässe am Arbeitsmarkt, mit denen viele Krankenanstalten zu kämpfen hätten. Auch die Lage des Bezirks mache die Suche nach Personal nicht leichter.

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