Knie verwechselt

Nach OP-Panne: Klinik spricht von "Missverständnissen"

Nach einer Knie-Verwechslung bei einer Operation in Innsbruck steht die Klinik weiter unter Druck – und liefert erstmals eine Erklärung.
Newsdesk Heute
18.03.2026, 16:05
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Ein folgenschwerer Fehler bei einer Operation in Innsbruck beschäftigt weiter die Klinik – und könnte nun juristische Folgen haben.

Wie "Heute" berichtete, wurde bei einer geplanten Kniespiegelung einer Patientin am 25. Februar am falschen Knie angesetzt. Als der Irrtum auffiel, wurde der Eingriff sofort gestoppt und die Patientin aus der Narkose geholt. Für Aufsehen sorgte der Vorfall bereits kurz danach.

Klinik: "Verkettung mehrerer Umstände"

In einer Aussendung spricht die Klinik von einer "Verkettung mehrerer Umstände", die zu dem Zwischenfall geführt habe. Details dazu bleiben jedoch vage. Auch von "Missverständnissen" ist die Rede – ohne näher zu erklären, worin diese bestanden.

Auf Nachfrage erklärte der stellvertretende ärztliche Direktor Thomas Werner-Mathienz gegenüber der "Krone", dass es sich um "komplexe Prozesse" handle, an denen "fünf verschiedene Berufsgruppen" beteiligt seien.

Man orientiere sich an Checklisten der Weltgesundheitsorganisation. "In diesem Fall wurden offenbar nicht alle Sicherungsmechanismen so abgearbeitet, wie wir uns das vorstellen", so Werner-Mathienz. Es habe "geringfügige Verstöße" gegen interne Vorgaben gegeben, die "in der Summe" zur Verwechslung geführt hätten.

Möglicher "Fixierungsfehler"

Als möglicher zusätzlicher Faktor wird ein sogenannter "Fixierungsfehler" genannt. Demnach wurden zuvor mehrere Eingriffe am linken Knie durchgeführt, ehe am Ende des Tages ein rechtes Knie operiert werden sollte. Das richtige Knie der Patientin war laut Klinik gekennzeichnet.

Falsche Info nach Operation

Auch nach dem abgebrochenen Eingriff kam es offenbar zu Problemen in der Kommunikation. So soll einer Begleitperson zunächst mitgeteilt worden sein, dass die Operation gut verlaufen sei. Die Patientin selbst wurde laut Klinik noch am selben Abend informiert, ein ausführliches Gespräch fand am nächsten Morgen statt.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Die Patientin hat sich nach dem Vorfall einen Anwalt genommen, eine mögliche Klage steht im Raum. Details dazu will die Klinik wegen laufender Erhebungen nicht nennen.

Maßnahmen angekündigt

Gleichzeitig kündigten die Tirol Kliniken Maßnahmen an, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. So sollen Abläufe im OP präzisiert, Checklisten überarbeitet und zusätzliche Schulungen für Mitarbeiter eingeführt werden.

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