Verwechslung schockiert

Klinik-Panne – gesunde Frau erhält Krebsdiagnose

Bei einer Patientin des Linzer Kepler Uniklinikums (KUK) wurde fälschlicherweise Krebs diagnostiziert. Die Ärzte hatten die Akten vertauscht.
Oberösterreich Heute
08.03.2026, 09:09
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Erst vor Kurzem sorgte der Fall einer 30-Jährigen für Aufsehen in Österreich. Der Frau wurde im Kepler Universitätsklinikum Linz (KUK) die Gebärmutter aufgrund einer Krebsdiagnose entfernt. Erst später stellte sich heraus, dass die Entscheidung der Ärzte auf einer kontaminierten Gewebeprobe beruhte – die Patientin hatte keinen Tumor. "Heute" berichtete ausführlich über den Fall.

Nun kam es in dem Spital zu einem erneuten Vorfall. Dieses Mal stand eine 54-jährige Mühlviertlerin im Mittelpunkt. Bereits im Jänner hatte die Frau in ihrer rechten Brust einen Knoten ertastet. Auch ihre Gynäkologin spürte dort etwas Reiskornähnliches. Ein nachfolgender Ultraschall erhärtete den Verdacht.

Arzt hatte falsche Akte

Zur genauen Klärung wurde die 54-Jährige zu einem Radiologen und ins Brustkompetenzzentrum des KUK Linz überstellt. Am 4. Februar erhielt die Oberösterreicherin von einem Oberarzt dann die Schockdiagnose Krebs. Gegenüber der "Krone" erzählte ihr Ehemann, dass ihr der Arzt zu einer umgehenden Behandlung geraten habe. Dann kam es jedoch zur Wende.

Der Mediziner habe der 54-Jährigen ihre Röntgenaufnahmen gezeigt, dabei fiel der Frau eine erste Ungereimtheit auf. Ihr Vorname war falsch geschrieben. Daraufhin habe der Arzt gemeint, dass ein Kollege vielleicht einen Fehler bei der Schreibweise gemacht hätte. Als der Frau dann aber noch auffiel, dass auch das Geburtsdatum falsch war, fiel der Groschen endgültig.

Frau leidet noch heute

Der Oberarzt hatte wohl den falschen Akt aufgemacht und somit zwei Patientinnen miteinander verwechselt. Somit wäre beinahe eine gesunde Frau wegen einer vermeintlichen Krebserkrankung behandelt worden, während eine kranke Patientin unbehandelt geblieben wäre.

Laut dem Bericht habe die 54-Jährige heute noch Todesangst und Panik, wenn sie an den Vorfall zurückdenkt. Sie verspüre dann Verzweiflung und sei den Tränen nahe. Aufgrund des erlittenen Schocks überlege das Ehepaar nun, Schadenersatz einzufordern.

Das sagt das Spital

Gegenüber der "Krone" betonte das Spital, dass man sich darüber bewusst sei, dass "ein solcher Moment für Betroffene verunsichernd wirken kann". Man bedauere, was vorgefallen ist. Das KUK biete der 54-Jährigen psychologische Unterstützung an.

Auch die Ärzte stünden den Patienten jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Es wird betont, dass dem Klinikum der direkte Austausch wichtig sei. So könne man individuellen Eindrücken Raum geben und eine gemeinsame Lösung finden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.03.2026, 09:09
Jetzt E-Paper lesen