Zweifache Mutter aus NÖ

Frau mit Schmerzen nach Knie-OP: "Spital weist mich ab"

Was als Neuanfang gedacht war, wurde für eine Frau zur Belastung. Seit ihrer OP fühlt sie sich im Stich gelassen. Die LGA weist die Vorwürfe zurück.
Victoria Carina  Frühwirth
24.02.2026, 05:00
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Im August 2020 veränderte sich das Leben von Regina Hofmann (56) schlagartig, noch immer lebt sie mit den Folgen jenes Tags: Bei einem Motorrad-Ausflug kam sie zu Sturz, riss sich mehrere Bänder, darunter das Kreuzband. Es folgten mehrere Operationen. Im Dezember 2023 wurde ihr schließlich im Landesklinikum Gmünd eine komplette Knieprothese (rechtes Knie) eingesetzt – als weiterer Schritt auf dem langen Weg zurück in den Alltag.

Täglich 10 Medikamente

Die Hoffnung auf Besserung erfüllte sich nicht, wie sie im "Heute"-Gespräch berichtet. Im Mai 2024 wurde eine sogenannte Kniedurchbiegung durchgeführt, damit sie ihr Bein wieder stärker anwinkeln kann. Die Schmerzen blieben jedoch. Hinzu kam, dass Anfang 2025 festgestellt wurde, dass sich Flüssigkeit in Hofmanns Knie sammelt. Inzwischen wurde ihr Knie bereits dreimal punktiert, um die Flüssigkeit zu untersuchen.

Hofmann berichtet von massiven Beschwerden: "Seit anderthalb Jahren trage ich diese Schmerzen mit mir. Tagtäglich zieht und brennt es wie Feuer in meinem Knie." Sie nehme täglich zehn Medikamente, befinde sich seit einem Monat im Krankenstand von ihrem Job als Reinigungskraft in Hollabrunn. Arbeiten sei derzeit nicht möglich, der Alltag bestehe aus Schmerzmitteln und Schonung, die Kinder würden statt ihr den Haushalt übernehmen. Auch psychisch belastet sie die Situation stark, berichtet die 56-Jährige.

Hoffnung für OP-Termin verpuffte

Besonders enttäuscht zeigt sich die zweifache Mutter über die jüngsten ärztlichen Einschätzungen: "In meinem Knie sammeln sich unbekannte Flüssigkeiten, ich habe seit anderthalb Jahren wirklich massive Schmerzen. Trotzdem will mich das LK Gmünd nicht operieren und meine Prothese austauschen! Ein Arzt dort hat mir noch gesagt, ich müsste operiert werden, aber weder in Gmünd noch in der Partnerklinik in Zwettl hätten sie das notwendige Equipment."

Auf eigene Initiative kontaktierte sie weitere Einrichtungen, unter anderem in Speising, Zwettl, Krems und Horn. Nach ihren Angaben wurde ihr dort mitgeteilt, dass Folgeeingriffe grundsätzlich am Ort der Erst-Operation durchgeführt werden müssten. Für sie fühle sich die Situation wie ein Stillstand an: "Ich halte es kaum noch aus", klagt die Niederösterreicherin. Ihr Wunsch ist klar: eine finale Operation, ein neues Kniegelenk und endlich eine spürbare Verbesserung ohne Schmerzen. Stattdessen wird sie von umliegenden Kliniken in NÖ nach Gmünd verwiesen – das Klinikum lehnt einen erneuten Eingriff an Regina Hofmann aber ab.

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Wegen Diagnose: Operation wäre Risiko

Die Landesgesundheitsagentur (LGA) NÖ betont auf "Heute"-Anfrage: "Wir möchten festhalten, dass die Patientin nach wie vor im Landesklinikum Gmünd in Behandlung ist, weshalb wir nicht nachvollziehen können, warum auch andere Einrichtungen konsultiert wurden. Uns ist wichtig zu betonen, dass wir die Situation der Patientin sehr ernst nehmen und nachvollziehen können, wie belastend anhaltende Schmerzen und ein langer Behandlungsweg für Betroffene sind", erklärt Dr. Julia Dlask, Ärztliche Direktorin.

In diesem Landesklinikum in Gmünd wurde die Zweifachmutter 2023 operiert.
Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com

Laut der Stellungnahme verlief die Operation an Hofmann im Dezember 2023 komplikationslos, auch die erste Heilungsphase sei medizinisch unauffällig gewesen. Im Juni 2024 wurde bei einer neuerlichen Aufnahme die Diagnose Arthrofibrose gestellt – eine Vernarbung des Gelenks. Eine weitere Operation könne bei diesem schmerzhaften Krankheitsbild jedoch zu einer Verschlechterung führen, da jeder Eingriff zusätzliche Narbenbildung auslösen könne.

"Weitere OP wäre Risiko für Verschlechterung"

Es seien umfassende Abklärungen eingeleitet worden, auch im Landesklinikum Horn, so die LGA weiter: "Bislang gibt es keinen sicheren Hinweis auf eine Infektion oder Lockerung der Prothese. Solange ein solcher Nachweis nicht vorliegt, raten die behandelnden Fachärzte von einer Revisionsoperation ab, weil der Nutzen nicht gesichert ist und gleichzeitig ein Risiko einer Verschlechterung besteht. Die Abklärungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen.

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Sollte sich eine klare Operationsindikation ergeben, werde diese selbstverständlich durchgeführt, fügt die Landesgesundheitsagentur NÖ an.

Für Regina Hofmann bleibt also weiterhin die Hoffnung, dass sich bald eine medizinische Lösung findet und ihr Kampf mit unbändigen Schmerzen endlich ein Ende findet.

{title && {title} } VF, {title && {title} } Akt. 24.02.2026, 10:18, 24.02.2026, 05:00
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