"Stellen Sie sich ein Haus vor, in dem es im Erdgeschoss lichterloh brennt. Die Bewohner rufen um Hilfe, aber der Hausbesitzer im Dachgeschoss überlegt ernstlich, ob man die Wohnzimmerwand im Obergeschoss pink oder blau streichen soll", umreißt FPÖ Niederösterreich Bildungssprecher und Landtagsabgeordneter Helmut Fiedler die aktuelle Bildungspolitik von Minister Wiederkehr (Neos).
In einer Aktuellen Stunde mit dem Titel "Deutsch stärken und Leistung sichern – Gefährden Reformen von Bildungsminister Wiederkehr NÖs Schulen?" am Donnerstag im nö. Landtag will die FPÖ Niederösterreich die Schwächen der pinken Reformen aufzeigen.
"Deutsch ist keine Option. Deutsch ist die Voraussetzung, damit Unterricht überhaupt stattfinden kann. Deutsch ist somit eine Bringschuld der Zuwanderer und somit Pflicht", so Fiedler. "Wiederkehrs Kosmetik ist brandgefährlich. Der Minister behauptet, er wolle die Themen KI, Demokratiebildung und Medienkompetenz in der gymnasialen Oberstufe stärken. Das ist grundsätzlich unterstützenswert. Nur: Diese Inhalte werden an den AHS seit Jahren vermittelt. Und sie sind im fertig ausgearbeiteten Lehrplan 2027 bereits prominent als überfachliche Themen verankert. Das heißt: Der geplante Schritt eines groben Eingriffs in die Stundentafel ist überflüssig".
Die geplante Reform brächte Chaos in die nö. Schulorganisation, eine Schwächung bewährter Schulprofile und eine schleichende Austrocknung ganzer Fächergruppen, weil man Lehrkräften die Perspektive nehme. "Das Schlimmste: Man philosophiert über PR-Projekte in der AHS-Oberstufe und die Pflichtschulen gehen unter", so Fiedler, er nimmt dabei noch das Thema Brennpunktschulen ins Visier: "Das Problem ist nicht Vielfalt, das Problem ist Überforderung. Wenn zu viele Kinder kein Deutsch sprechen, ist kein normaler Unterricht möglich und das ist reines Systemversagen."
Demokratiebildung sei selbstredend wichtig, aber nicht auf undemokratische Weise in einer Husch-Pfusch-Aktion.
Die vier Forderungen der FPÖ Niederösterreich:
Deutsch als Voraussetzung. Kein regulärer Unterricht ohne ausreichende Sprachkenntnisse.
Zweitens: Deutschförderklassen ausbauen, nicht abschaffen.
Drittens: Respekt und Ordnung im Klassenzimmer. Lehrer stärken, nicht schwächen.
Viertens: Leistung sichern durch Differenzierung. Keine ideologische Gleichmacherei.
Fiedler abschließend: "Man kann lange über eine neue Wandfarbe diskutieren. Man kann im Dachgeschoss neue Räume einrichten. Aber wenn unten das Feuer lodert, dann ist alles andere verantwortungslos. Das Feuer in unseren Schulen heißt: fehlende Deutschkenntnisse, überforderte Klassen und schleichende Absenkung des Leistungsniveaus. Und wer in dieser Situation nicht löscht, sondern dekoriert, der verspielt die Zukunft unserer Kinder. Daher: Deutsch stärken und Leistung sichern. Österreichs Kinder zuerst."