"Schwer nachvollziehbar"

Österreicher ärgert sich nach OP über ÖGK-Wirrwarr

Ein 63-jähriger Steirer bleibt nach einer Haut-Operation auf den Kosten sitzen - weil seine Kasse den Eingriff nur in Wien übernimmt.
André Wilding
18.03.2026, 07:30
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Ein Routineeingriff wird plötzlich zum teuren Problem! Ein 63-Jähriger aus Graz musste laut "Kronen Zeitung" nach der Entfernung eines Hauttumors selbst zahlen - obwohl er bei der Österreichischen Gesundheitskasse versichert ist.

Der Grund sorgt für Kopfschütteln: Der Mann ist zwar in Graz wohnhaft, aber bei der Wiener ÖGK versichert. Genau das wurde ihm nun zum Verhängnis. Denn der Eingriff wurde in der Steiermark nicht übernommen.

"Das schlägt dem Fass den Boden aus"

"Als Österreicher wird man in jedem Bundesland anders behandelt", ärgert sich Michael R. in der "Krone" Der Hauttumor wurde im Oktober des Vorjahres bei einem Grazer Dermatologen entfernt - auf ärztlichen Rat.

Doch nach Einreichen der Rechnung folgte die Überraschung. Die Kosten wurden nicht erstattet. "Das schlägt doch dem Fass den Boden aus", wird der 63-Jährige, der selbst im Gesundheitsbereich arbeitet, in der Tageszeitung zitiert.

Vonseiten der ÖGK wird die Entscheidung gegenüber der "Krone" bestätigt: "Bei der durchgeführten Operation, die von einem steirischen Vertragsarzt für Dermatologie in seiner Praxis durchgeführt wurde, handelt es sich um eine Leistung, die nicht von der ärztlichen Honorarordnung des mit der Ärztekammer für die Steiermark abgeschlossenen Gesamtvertrages umfasst ist."

Wien ist anders

In der Bundeshauptstadt wäre die Lage laut ÖGK allerdings anders gewesen. "Im ärztlichen Gesamtvertrag für Wien ist diese Leistung als Vertragsleistung enthalten. Das heißt, in Wien wäre die Leistung für den Versicherten beim Vertragsarzt kostenlos, Wiener Ärzte verrechnen sie direkt mit der Kasse", heißt es im Bericht der "Krone" weiter.

Das Problem ist kein Einzelfall, eine österreichweite Lösung lässt aber weiter auf sich warten. Ein einheitlicher Gesamtvertrag mit gleichen Tarifen war zwar für Mitte 2026 angekündigt, ein "finales Ergebnis" sei derzeit aber "nicht realistisch".

"Ein untragbarer Zustand"

Für Betroffene wie Michael R. bleibt vorerst nur wenig übrig. "Uns ist klar, dass diese Regelung für den Versicherten schwer nachvollziehbar ist. Das Vorgehen ist jedoch rechtlich so vorgesehen", teilt die ÖGK der "Krone" mit.

Der Steirer will sich damit jedenfalls nicht zufriedengeben. "Der Arzt hat nichts falsch gemacht. Es geht mir auch wirklich nicht um die 140 Euro, sondern um das mangelhafte System. Das ist ein untragbarer Zustand", sagt der Steirer gegenüber der Tageszeitung.

Immerhin bekommt er einen Teil zurück: Für tagesklinische Leistungen gibt es einen pauschalen Zuschuss von 64,10 Euro.

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